Türkei erschwert Diplomaten Ein- und Ausreise
Knüppel aus Istanbul

Istanbul. Nach Verzögerungen bei der Ausreise einer türkischen Parlamentarierin aus Deutschland hat die Türkei deutschen Diplomaten die Ein- und Ausreise erschwert. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete am Donnerstag, deutschen Diplomaten würden Ein- und Ausreise an der Passkontrolle am Istanbuler Atatürk-Flughafen erst nach einer "detaillierten Prüfung und Untersuchung" erlaubt.

Die türkische Vize-Parlamentspräsidentin Ayse Nur Bahcekapili von der regierenden AKP war Anfang des Monats wegen fehlender Papiere zeitweise am Flughafen Köln-Bonn festgehalten worden. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte daraufhin am Mittwoch gedroht, die Türkei werde das deutsche Verhalten "genauso erwidern". Anadolu berichtete, die Maßnahmen seien seit Mittwochabend in Kraft. Vier deutsche Diplomaten hätten deswegen bei der Ausreise bereits ihr Flugzeug verpasst. Die Nachrichtenagentur DHA meldete, die Maßnahmen gingen auf eine neue Anordnung der Regierung zurück. Bei der Einreise entstünden für deutsche Diplomaten rund einstündige Verzögerungen.

Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin forderte eine "zufriedenstellende" Erklärung für die Behandlung Bahcekapilis. "Wir erwarten, dass sie ihrerseits ermitteln, wie sich der Vorfall zugetragen hat, und diesbezüglich die nötigen Schritte gegen die betroffenen Personen unternehmen."
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