12.02.2018 - 22:12 Uhr
Deutschland & Welt

Ukraine schiebt georgischen Ex-Präsidenten Michail Saakaschwili nach Polen ab Sonderflug nach Warschau

Kiew/Warschau. Die Ukraine hat den georgischen Ex-Präsidenten Michail Saakaschwili ausgewiesen und nach Polen abgeschoben. In einer rasch durchgezogenen Aktion nahm der Grenzschutz den 50-jährigen Gegner des ukrainischen Staatschefs Petro Poroschenko am Montag in Kiew fest und setzte ihn in einen Sonderflug nach Warschau. Der polnische Grenzschutz bestätigte am Abend die Ankunft in Warschau. Man habe Saakaschwili einreisen lassen, weil er mit einer EU-Bürgerin verheiratet sei, wurde mitgeteilt. Der staatenlose Saakaschwili war im September aus Polen über die Grenze gekommen. Saakaschwili hat die georgische und die ukrainische Staatsbürgerschaft verloren, ist aber mit einer Niederländerin verheiratet. Ihm drohte zudem eine Auslieferung an sein Heimatland Georgien. Dort war er in Abwesenheit zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren wegen Machtmissbrauchs verurteilt worden. Saakaschwili ist ein scharfer Kritiker von Präsident Poroschenko, den er vom Studium kennt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm die Organisation regierungsfeindlicher Proteste mit finanzieller Hilfe aus dem Umfeld des 2014 nach Russland geflohenen Präsidenten Viktor Janukowitsch vor. Saakaschwili hatte 2015 die ukrainische Staatsbürgerschaft erhalten. Poroschenko machte ihn zum Gouverneur des Gebietes Odessa. Nach anderthalb Jahren trat er von dem Posten zurück. Der Präsident entzog ihm die Staatsangehörigkeit im Juli 2017. Seine georgische Staatsangehörigkeit war Saakaschwili 2015 aberkannt worden, als er den ukrainischen Pass angenommen hatte.

Michail Saakaschwili, der ehemalige Präsident von Georgien, ist abgeschoben worden. Bild: Tarasov/Ukrinform/dpa
von Agentur DPAProfil
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp