25.08.2014 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Ukrainer feiern Unabhängigkeit und rüsten auf - Konvoi kehrt um Merkel sagt Kiew Hilfe zu

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Ukraine bei ihrem Besuch in Kiew Unterstützung zugesagt. An Moskau appellierte sie, sich einer diplomatischen Lösung des Konflikts nicht zu verschließen. Notwendig sei ein "zweiseitiger Waffenstillstand" zur Beendigung der Gefechte zwischen Regierungstruppen und Aufständischen im Osten

von Agentur DPAProfil

Das sagte Merkel nach einem Treffen mit Präsident Petro Poroschenko. Inmitten des blutigen Konflikts feierte die Ukraine den 23. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit mit einer gewaltigen Militärparade. Rund 1500 Soldaten marschierten im Beisein von Oberbefehlshaber Poroschenko durch das Zentrum von Kiew. "Der Krieg ist nicht unsere Initiative. Er wurde uns von außen aufgedrängt. Wir wählen den Frieden", sagte Poroschenko am Sonntag auch an die Adresse Russlands. Poroschenko kündigte eine Armeereform sowie Waffenkäufe im Wert von 2,2 Milliarden Euro an.

Kanzlerin Angela Merkel, die am Samstag zum ersten Mal seit Ausbruch des Konflikts Ende 2013 in Kiew war, versprach der Ukraine Finanz- und Wirtschaftshilfen für den Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur im Osten. Sie kündigte eine Kreditbürgschaft über 500 Millionen Euro für die Energie- und Wasserversorgung und den Aufbau von Schulen sowie 25 Millionen Euro Hilfe für Flüchtlinge an. Zudem sollen 20 im Kampf verwundete Soldaten auf deutsche Kosten behandelt werden.

In einer zynischen "Parade" führten Separatisten etwa 50 gefangene Regierungssoldaten in Donezk öffentlich vor. Die gefesselten und sichtlich eingeschüchterten Männer seien von Bewohnern mit Eiern und Plastikflaschen beworfen worden, berichtete das ukrainische Internetportal Ostro. Kurz vor Merkels Ankunft hatte der umstrittene russische Hilfskonvoi aus mehr als 200 weißen Lastwagen die Ukraine wieder verlassen, wie die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bestätigte.

Bei der Nato gibt es nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" Meinungsverschiedenheiten über die Raketenabwehr. Aus baltischen Mitgliedsländern und aus Polen seien von den USA unterstützte Forderungen laut geworden, die gegen potenzielle Angriffe aus dem Nahen Osten geplante Raketenabwehr auch gegen Russland auszurichten. Die Mehrheit der Mitgliedstaaten spreche sich aber dagegen aus.

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