03.07.2017 - 15:22 Uhr
Deutschland & Welt

Ultimatum für Katar Sigmar Gabriel will am Golf vermitteln

Kuwait-Stadt. In der Krise am Golf hat Katar seine Antwort auf die Forderung von vier arabischen Staaten abgegeben, seine Außenpolitik grundlegend zu ändern. Der katarische Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani händigte das Schreiben am Montag bei einem Besuch in Kuwait an den dortigen Emir Scheich Sabah aus, wie die kuwaitische Nachrichtenagentur Kuna meldete. Details zum Inhalt des Schreiben nannte sie nicht. Kuwait vermittelt im Konflikt zwischen Katar und seinen Kontrahenten.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) am Flughafen Tegel (Berlin) auf dem Weg zu seinem Flugzeug. Er reist für drei Tage an den Golf. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten hatten vor einem Monat eine Blockade über Katar verhängt. Sie verlangen von dem Emirat unter anderem, dass es den Nachrichtenkanal Al-Dschasira schließt und seine Beziehungen zum schiitischen Iran zurückfährt. Auch die türkischen Truppen sollen Katar verlassen. Ein Ultimatum an Katar verlängerten sie um 48 Stunden bis auf Mittwoch. Die vier Staaten werfen Katar vor, Terrorgruppen zu unterstützen. Das Emirat wies die Beschuldigungen zurück. Es machte bisher nicht an den Anschein, die gestellten Bedingungen erfüllen zu wollen.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel reiste am Montag für drei Tage in die Region. Er wurde am Nachmittag zunächst in der saudischen Hafenstadt Dschidda erwartet. Am Dienstag besucht er Katar selbst und am Mittwoch dann Kuwait. Der Außenminister will sich bei seiner Reise neutral verhalten. "Wir ergreifen nicht Partei", sagte er vor seiner Abreise. "Aber: Der Konflikt am Golf geht nicht nur die an, die dort miteinander im Zwist liegen, sondern betrifft auch uns und unsere Interessen." Das gelte für den Kampf gegen den IS, aber auch für die Stabilität einer Region, die von Krisen, Spannungen und Krieg schwer gezeichnet sei, sagte Gabriel. Deutschland unterstütze Kuwaits Bemühungen um eine Vermittlung.

In Katar leben etwa 2000 Deutsche, das Handelsvolumen mit dem Emirat lag im vergangenen Jahr bei 2,9 Milliarden Euro. Die Katar-Krise könnte auch Thema am Rande des G20-Gipfels in Hamburg am Freitag und Samstag sein. Zu dem Teilnehmern zählen der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der zu den Verbündeten Katars gehört. Der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour forderte von Gabriel eine Einstellung der Waffenlieferungen an Saudi-Arabien. "In der Golfregion werden wir nur als Vermittler ernstgenommen, wenn wir eine neutrale Position zwischen Saudi-Arabien und dem Iran einnehmen", sagte Nouripour der "Heilbronner Stimme". "Das ist solange nicht der Fall, wie wir Waffen an Saudi-Arabien liefern."

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