01.02.2018 - 20:48 Uhr
Deutschland & Welt

Umweltbundesamt: 37 Städte überschreiten Grenzwert immer noch Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase in Städten geht zurück

München/Berlin. Die Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase in deutschen Städten ist im vergangenen Jahr zurückgegangen - bleibt vielerorts aber bedenklich hoch. Der Grenzwert zum Schutz der Gesundheit wurde noch in rund 70 Kommunen statt wie 2016 in 90 Städten überschritten, wie das Umweltbundesamt (UBA) nach ersten Schätzungen am Donnerstag mitteilte. Die höchste Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) gab es trotz leichter Verbesserungen in München, Stuttgart und Köln. Aus der Politik, von Kommunen und Verbänden kamen Forderungen nach weiteren Maßnahmen, um vor allem ältere Diesel-Fahrzeuge sauberer zu machen.

von Agentur DPAProfil

Den vorläufigen Daten zufolge haben im vergangenen Jahr 37 Städte den Grenzwert von 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft überschritten, "wahrscheinlich" ist dies bei weiteren 29 Städten der Fall. In München wurden im Jahresmittel 78 Mikrogramm gemessen. Es folgten die bisher bundesweit am stärksten belastete Stadt Stuttgart mit 73 Mikrogramm und Köln mit 62 Mikrogramm im Jahresmittel. Den Grenzwert wieder eingehalten haben demnach zehn Städte, die 2016 noch darüber lagen: Dresden, Koblenz, Leipzig, Bremen, Fulda, Kassel, Norderstedt, Würzburg, Marburg und Potsdam. Weiteren 15 Städten gelang dies wahrscheinlich. Die Angaben sind teils zunächst geschätzt, wenn Messwerte noch nicht vorlagen.

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger sprach von einer Entwicklung in die richtige Richtung. "Wir sind aber noch längst nicht am Ziel." Aus Sicht der Behörde zeigen sich erste Wirkungen kommunaler Maßnahmen, die durch die Diesel-Debatte angestoßen wurden - etwa Tempolimits oder Straßen-Verengungen. Von Bund und Autoindustrie vereinbarte Maßnahmen wie neue Abgas-Software für ältere Diesel und Prämien für den Kauf sauberer Neuwagen reichten nicht aus. Gebraucht würden auch Umbauten an Motoren. "Nur so können wir die Gesundheitsbelastungen schnell und vor allem dauerhaft senken", betonte Krautzberger.

Verringert hat sich laut Umweltbundesamt im vergangenen Jahr auch die Feinstaubbelastung in den deutschen Städten - auch wegen günstigen Wetters.

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