20.10.2017 - 22:14 Uhr
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Unicef: 340 000 Rohingya-Minderjährige im Elend Unicef: 340 000 Rohingya-Minderjährige im Elend

Genf. Die furchtbaren Zustände in den Zufluchtsgebieten der aus Myanmar geflohenen Rohingya sind nach einem Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef für Kinder und Jugendliche unzumutbar. Rund 340 000 Minderjährige seien in Gefahr, berichtet Unicef aus dem Südosten von Bangladesch, wo seit Ende August mehr als 580 000 Menschen Zuflucht gefunden haben. 58 Prozent sind unter 18 Jahre alt. Viele Familien hätten nur Zeltplanen als Schutz vor der sengenden Sonne, bei Regen säßen sie in knöcheltiefem Matsch. Statt des nötigen Minimums von 7,5 Liter Wasser pro Person zum Trinken und Waschen täglich hätten viele nur 2,5 Liter oder weniger, sagte der Autor des Berichts, Simon Ingram, in Genf. Im Chaos der provisorischen Lager gingen Kinder verloren, und überall lauere die Gefahr, dass die Minderjährigen missbraucht oder ausgenutzt werden. Ein Fünftel der unter Fünfjährigen seien stark unterernährt. "Kein Wunder, dass die Kinder und Jugendlichen die Lage als Hölle auf Erden beschreiben", sagte Ingram. Viele hätten nach eigenen Angaben die Ermordung von Eltern und Freunden mit ansehen müssen und seien traumatisiert.

Rohingya-Flüchtlinge auf der Flucht nach Bangladesch. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

"Sie brauchen Hilfe, um damit fertig zu werden", sagte Unicef-Exekutivdirektor Anthony Lake. "Sie brauchen Unterricht, sie brauchen psychologische Beratung, sie brauchen Hoffnung. Wenn wir ihnen das jetzt nicht geben, wie sollen sie dann zu produktiven Mitgliedern ihrer Gesellschaft heranwachsen?" UN-Vertreter haben zerstörte und niedergebrannte Häuser in der Heimat der Rohingya, der Rhakine-Region, gesehen.

In Genf findet am Montag eine Geberkonferenz statt. Von den benötigten 434 Millionen Dollar (fast 370 Millionen Euro) war bis Anfang dieser Woche ein Viertel zusammengekommen.

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