23.02.2017 - 21:42 Uhr
Deutschland & Welt

US-Außenminister in Mexiko Rex Tillerson besucht den Nachbarn

Kein anderes Land hat US-Präsident Trump seit seinem Amtsantritt so heftig angegriffen wie Mexiko. Sein Chefdiplomat schlägt beim Antrittsbesuch beim Nachbarn versöhnlichere Töne an. Differenzen bleiben aber bestehen.

Besuch beim ungeliebten Nachbarn: US-Außenminister Rex Tillerson verlässt am Flughafen in Mexiko-Stadt das Regierungsflugzeug. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Mexiko-Stadt. US-Heimatschutzminister John Kelly hat Massenabschiebungen von illegalen Migranten ausgeschlossen. "Die Abschiebungen werden legal, geordnet und in enger Abstimmung mit Mexiko erfolgen", sagte er am Donnerstag nach einem Treffen mit seinem Kollegen Miguel Ángel Osorio Chong in Mexiko-Stadt. "Unser Fokus liegt auf kriminellen Einwanderern." In den USA leben schätzungsweise 5,8 Millionen Mexikaner ohne Aufenthaltsgenehmigung. Auch einem von Trump angedeuteten Einsatz der Streitkräfte gegen illegale Einwanderer erteilte Kelly eine Absage.

Im Verhältnis zwischen den USA und Mexiko war zuletzt viel Porzellan zerschlagen worden. Jetzt versuchen beide Seiten, die Wogen zu glätten. "Wir kooperieren bei Handel, Energie und Sicherheit. Gemeinsam wollen wir an unserer Grenze für Recht und Ordnung sorgen", sagte US-Außenminister Rex Tillerson. Aber: "Starke souveräne Nationen haben nun mal von Zeit zu Zeit Meinungsverschiedenheiten." Seit dem Amtsantritt von Trump sind die Beziehungen zwischen den USA und Mexiko ßerst angespannt. "Wir erleben einen komplexen Moment in unseren Beziehungen", sagte der mexikanische Außenminister Luis Videgaray nach den Gesprächen in Mexiko-Stadt. "Der beste Weg, um die Differenzen zu überwinden, ist der Dialog."

Zuletzt hatte das US-Heimatschutzministerium neue Richtlinien erlassen, die den Kreis der Migranten, die abgeschoben werden können, erheblich erweitern. Außerdem sollen künftig auch illegale Migranten beispielsweise aus Mittelamerika nach Mexiko zurückgeschickt werden können, wenn sie über Mexiko in die Vereinigten Staaten eingereist sind. Videgaray lehnt das strikt ab.

"Mexiko hat sich von einem Herkunftsland von Migranten zu einem Transitland entwickelt", sagte Videgaray. Tatsächlich war die Netto-Einwanderung aus Mexiko in die USA zuletzt negativ. Allerdings reisen viele Mittelamerikaner über Mexiko illegal in die Vereinigten Staaten ein. "Wir müssen die Gründe für Migration bekämpfen", sagte Videgaray.

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