US-Präsident knallhart wie George W. Bush: Terrorismus ausmerzen - Kein Lösegeld für Entführer
Obamas Kampf gegen das "Krebsgeschwür"

Die Terrormilizen des Islamischen Staates strebten einen Völkermord an einem alten Volk an. US-Präsident Barack Obama
Noch nie in seiner bald sechsjährigen Amtszeit hat sich Barack Obama derart knallhart geäußert, hat er derart hässliche Worte gewählt. Die Terrormilizen des Islamischen Staates (IS) strebten einen "Völkermord an einem alten Volk an", sie hätten "keinerlei Wertschätzung für menschliches Leben". Die Terroristen hätten "keinen Platz im 21. Jahrhundert", es handle sich um ein "Krebsgeschwür", das entfernt werden müsse. Wer Barack Obama an diesem sonnigen Mittwoch am Atlantik zuhört, hat den Eindruck, als spreche sein Vorgänger George W. Bush.

Die Enthauptung des amerikanischen Journalisten James Foley hat die Urlaubsstimmung des US-Präsidenten gründlich verhagelt. Zu allem Überfluss ist erst kürzlich eine Befreiungsaktion der Militärs zur Rettung von Geiseln in Syrien gescheitert.

Zwei Dutzend Elitesoldaten seien in einer nächtlichen Aktion im Norden Syriens abgesetzt worden. Doch die streng geheime Kommandoaktion wurde zum Schlag ins Wasser. "Als wir dort ankamen, war es zu spät", sagte ein Regierungsbeamter der "New York Times". Die Geiseln - darunter auch Foley - seien an einen anderen Ort gebracht worden. Kein Glück für Obama. Hinzu kommt: Im Gegensatz zu europäischen Regierungen sind Obama die Hände gebunden, entführte Amerikaner freizukaufen. Sage und schreibe 100 Millionen Dollar (75,4 Millionen Euro) Lösegeld hatte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) laut Informationen der Zeitung zur Freilassung Foleys verlangt. Doch dieser Weg war Obama versperrt.

Neue Morde angedroht

Die Lösegeldpraxis der Europäer wird immer mehr zum Ärgernis in den USA. "Europäer zu entführen, ist zur Haupteinnahmequelle von Al-Kaida und ihren Ablegern geworden", schreibt die "New York Times" mit deutlich kritischem Unterton. Mindestens 125 Millionen Dollar hätten die Terroristen auf diese Art in den vergangenen Jahren eingesteckt.

Viel steht auf dem Spiel für Obama. Unverhohlen drohen die Islamisten mit neuen Morden an Amerikanern - etwa mit dem Tod des Journalisten Steven Sotloff, der seit 2013 in Syrien vermisst wird. Doch die Antwort des Friedensnobelpreisträgers Obama könnte klarer kaum ausfallen: "Wir werden unnachgiebig sein."

Dabei gehen in Washington schon seit Monaten Ängste vor einer ganz neuen Dimension der Bedrohung um: US-Ermittler haben Hinweise, dass eine unbekannte Anzahl von amerikanischen Muslimen in das Bürgerkriegsland Syrien gereist und dort abgetaucht ist, um sich islamistischen Gruppen anzuschließen und von diesen ausgebildet zu werden. Ihr Ziel: Später in die USA zurückkehren und dort Anschläge verüben - ein Alptraum für die Amerikaner. Obama steht unter Druck. Der Vormarsch der IS-Milizen im Irak könnte für ihn zum Super-GAU werden, der seine gesamte Strategie zur Beendigung der Kriege im Irak und in Afghanistan zur Makulatur werden lässt. Auch die Dauerkritik der Republikaner, er sei ein Weichei und habe durch sein Zögern und Zaudern im Syrien-Konflikt letztendlich zum Aufstieg der Islamisten beigetragen, trägt langsam Früchte - was nicht zuletzt vor den Kongresswahlen im Herbst misslich ist.

Luftschläge zeigen Wirkung

Demonstrativ verkündet denn auch das US-Militär, dass Kampfjets weitere Angriffe geflogen hätten. Obama weiß: Ganz offenbar zeigen die Luftschläge gegen IS-Stellungen Wirkung, setzen die Islamisten unter Druck. Rhetorisch unerbittlich gab sich auch Obamas Außenminister John Kerry: "Es gibt Böses in dieser Welt", ließ er verlauten. "Hässliches, grausames, unerklärliches, nihilistisches Übel ohne Werte." Das klingt beinahe wie Bushs "Achse des Bösen". Ob Obama und Kerry das gewollt haben?
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