USA
Putin springt Trump bei

Der russische Staatschef Wladimir Putin erklärte sich am Mittwoch bereit, russische Notizen zur Unterredung von US-Präsident Donald Trump mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow bereitzustellen. Bild: dpa

So stark stand Donald Trump wohl noch nie unter Druck. Jetzt wird ihm Verrat von Geheimnissen an Russland vorgeworfen. Die Aufregung nicht nur in Washington ist groß. Da meldet sich der russische Präsident Wladimir Putin zu Wort.

Sotschi/Washington. Moskau bietet dem wegen der angeblichen Weitergabe vertraulicher Geheimdienstinformationen an Russland bedrängten US-Präsidenten Donald Trump ungewöhnliche Hilfe an. Staatschef Wladimir Putin erklärte sich bereit, die russischen Notizen zur Unterredung Trumps mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow bereitzustellen. "Wenn die US-Regierung das für möglich hält, sind wir bereit, eine Mitschrift des Gesprächs zwischen Trump und Lawrow dem Senat und dem US-Kongress zur Verfügung zu stellen", sagte Putin am Mittwoch in Sotschi.

Trump soll im Gespräch vergangene Woche geheime Informationen preisgegeben haben. In den USA wird ihm vorgeworfen, damit die Quellen eines befreundeten ausländischen Geheimdienstes gefährdet zu haben. Putin sagte zur Kontroverse in den USA, dort entwickele sich "politische Schizophrenie".

Behinderung der Justiz

Innenpolitisch schwerer wiegt der Vorwurf, Trump habe den damaligen FBI-Chef James Comey gebeten, die Ermittlungen gegen Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn wegen dessen Russland-Kontakten einzustellen. Dies berichtet unter anderem die "New York Times". Die Zeitung beruft sich auf ein Memo, das Comey zu einem Treffen mit Trump am Tag nach dem Rücktritt Flynns im Februar verfasst habe. Das Weiße Haus widersprach den Berichten unmittelbar.

Sollten die Berichte stimmen, hätte der US-Präsident versucht, auf das Justizministerium und laufende Ermittlungen der Bundespolizei Einfluss zu nehmen. Es wäre der größte Skandal seiner Präsidentschaft. Das Memo lag der "New York Times" nicht vor. Ein Vertrauter des entlassenen Comey las den Angaben zufolge Passagen daraus einem Reporter vor.

Weißes Haus dementiert

Das Weiße Haus erklärte, Trump habe niemals um eine Einstellung jedweder Ermittlungen gebeten, auch nicht gegenüber Flynn. In dem Treffen am 14. Februar soll Trump Comey über die Flynn-Ermittlungen gesagt haben: "Ich hoffe, Sie können das sein lassen." Den Berichten der "New York Times", der "Washington Post", von CNN und anderen Medien zufolge versicherte Trump Comey mehrfach, Flynn sei ein "anständiger Kerl" und habe nichts Falsches getan.

In dieser aufgewühlten Zeit reiste Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) zum zweiten Mal in die USA. In Washington will er unter anderem mit seinem Amtskollegen Rex Tillerson und dem Nationalen Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster sprechen. (Kommentar)
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