31.08.2017 - 21:20 Uhr
Deutschland & Welt

USA schickt Langstreckenbomer los Warnung an Nordkorea

US-Langstreckenbomber und Kampfflugzeuge üben über Südkorea ihre Angriffsfähigkeiten. Die Übung soll einerseits die Bündnisstärke demonstrieren. Sie ist aber vor allem eine Warnung in Richtung Nordkorea.

Ein B-1B Langstreckenbomber der US-Luftwaffen wirft am Donnerstag bei einer Übung mit den südkoreanischen Luftstreitkräften über Südkorea eine Bombe ab. Bild: South Korea Defense Ministry/dpa
von Agentur DPAProfil

Seoul/Tokio. Als Antwort auf den neuerlichen Test einer Mittelstreckenrakete durch Nordkorea haben die USA nahe der innerkoreanischen Grenze militärische Stärke demonstriert. Die US-Luftwaffe habe zwei strategische Langstreckenbomber des Typs B-1B sowie vier F35B-Mehrzweckkampfflugzeuge nach Südkorea geschickt, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul am Donnerstag mit. Über der nordöstlichen Provinz Gangwon übten sie demnach zusammen mit südkoreanischen Kampfjets ihre Angriffsfähigkeiten. Die Übung sollte nach Angaben der südkoreanischen Luftstreitkräfte die Entschlossenheit der beiden verbündeten Länder zeigen, mit "Provokationen Nordkoreas" umzugehen.

Das Militär des diplomatisch isolierten Landes hatte am Dienstag eine Rakete über den Norden Japans hinweg abgefeuert und damit harsche internationale Kritik auf sich gezogen. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un deutete an, dass die Raketenversuche des Landes fortgesetzt würden. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Test als "empörend". US-Präsident Trump, der mehrfach mit Alleingängen im Konflikt mit Nordkorea gedroht hatte, betonte, dass "alle Optionen" auf dem Tisch lägen.

Als Warnsignal an Nordkorea hatten die USA in der Vergangenheit bereits mehrfach strategische Langstreckenbomber über Südkorea fliegen lassen. Die B-1B-Überschallflugzeuge kehrten den Angaben zufolge nach der gemeinsamen Übung am Donnerstag wieder zu ihrem Stützpunkt auf der US-Pazifikinsel Guam zurück. US-Verteidigungsminister James Mattis und sein südkoreanischer Amtskollege Song Young Moo betonten zuvor bei einem Treffen im Pentagon am Mittwoch (Ortszeit), dass sie die "derzeitigen diplomatischen Bemühungen um eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel" unterstützen wollten.

Sie machten laut des südkoreanischen Verteidigungsministeriums zugleich deutlich, dass die Glaubwürdigkeit der diplomatischen Anstrengungen durch "starke, effektive und zuverlässige militärische Antworten" gestützt werden müsse. Zusammen mit Japan wollen die USA den Druck auf die Führung in Pjöngjang auf "sichtbare Weise" erhöhen. Darauf verständigten sich Mattis und der japanische Verteidigungsminister Itsunori Onodera am Donnerstag, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete.

Großbritannien will ebenfalls mit Japan die Sicherheitskooperation in der Region verstärken. Darauf einigten sich die britische Premierministerin Theresa May und der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe am Donnerstag bei einem Treffen in Tokio, wie japanische Medien berichteten. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, man wolle mit den Verbündeten auf eine Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel und eine strikte Umsetzung der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats hinwirken. May war auch bei einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrats Japans dabei.

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