Vatikan
Papst Franziskus an Jugend: Schweigt nicht

Selfie mit Papst Franziskus - während der Palmsonntagsmesse auf dem Petersplatz. Das Oberhaupt der katholischen Kirche forderte Jugendliche auf, sich nicht zum Schweigen bringen zu lassen. Bild: Andrew Medichini/dpa

Rom. Papst Franziskus hat Jugendliche aufgerufen, sich einzumischen. "Die jungen Menschen zum Schweigen zu bringen, ist eine Versuchung, die es immer gegeben hat", sagte der Argentinier während der Messe zu Palmsonntag auf dem Petersplatz. "Bei euch liegt die Entscheidung zu schreien. ... Und es liegt an euch, nicht zu schweigen."

Franziskus' Appell richtete sich auch an die mehr als 300 zwischen 16- und 29-Jährigen aus aller Welt, die von Montag bis Samstag im Vatikan auf einer Vorsynode zum Thema Jugend beraten hatten. Ein Teilnehmer aus Panama überreichte dem Papst das Abschlussdokument, das bei dem Treffen diskutierte Ideen und Probleme zusammenfasst.

Darin kommt zum Ausdruck, dass sich viele junge Katholiken eine weniger strenge und moralistische Kirche wünschen. "Manchmal fühlt es sich an, als wäre das Geistliche etwas, das von unserem täglichen Leben getrennt ist. Die Kirche erscheint oft zu streng und wird oft mit exzessiven Moralismen assoziiert." Häufig sei es schwierig, die Logik "es wurde immer so gemacht" zu überwinden.

Die Vorsynode war eine Gelegenheit für den Argentinier zu zeigen, wie sehr er den Kontakt mit jungen Menschen und die persönliche Unterhaltung schätzt. Stundenlang hatte er am Montag mit den Teilnehmern diskutiert, am Sonntag tauschte er Worte mit einigen Jugendlichen aus und lachte für Selfies in die Smartphone-Kameras.

Die Teilnehmer forderten, die Kirche müsse ihre Fehler zugeben und Taten wie sexuellen Missbrauch verurteilen. Uneinigkeit habe über Themen wie Verhütung, Abtreibung, Homosexualität und außereheliches Zusammenleben bestanden. Einige junge Katholiken wünschten sich, die Kirche solle ihre Standpunkte in diesen Streitfragen ändern, andere hofften auf bessere Erklärungen seitens der Kirche. Viele Frauen wünschten sich, eine größere Rolle in der Kirche spielen zu können.

Die Ergebnisse der Vorsynode sollen in die Vorbereitung der Versammlung der Bischöfe im Oktober im Vatikan einfließen. Die Bischofssynode steht unter dem Motto "Die Jugendlichen, der Glaube und die Berufungsunterscheidung".
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