Verbände und Kirchen mahnen zu Besonnenheit
Rufe nach Toleranz

Berlin. (KNA) Nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt rufen Politik, Kirchen und Verbände die Deutschen zu Besonnenheit und Solidarität auf. Angesichts der Schreckensmeldungen vom Montagabend appellierte die "Allianz für Weltoffenheit" am Mittwoch in Berlin an die Bundesbürger, Augenmaß zu wahren und tolerant zu bleiben.

"Mehr denn je brauchen wir jetzt eine sachliche Debatte, getragen von den gemeinsamen Werten, die unser friedliches Zusammenleben erst ermöglichen", betonte das Bündnis, dem die beiden großen Kirchen, der Zentralrat der Juden, der Koordinierungsrat der Muslime, Arbeitgeber und Gewerkschaften sowie Sport- und Naturschutzverbände angehören. Menschenwürde, Weltoffenheit, Respekt und Rechtsstaatlichkeit bildeten den demokratischen Kitt, der die Gesellschaft zusammenhalte. "Wir dürfen nicht zulassen, dass Angst, Intoleranz und Ausgrenzung die Oberhand gewinnen. Es gilt, das Vertrauen in die Stabilität und Handlungsfähigkeit unserer demokratischen und rechtsstaatlichen Institutionen zu stärken."

"Das ist unverschämt"

Auch der Berliner katholische Erzbischof Heiner Koch kritisierte diejenigen, die den Anschlag zu Hetze gegen Politiker und Flüchtlinge missbrauchten. "Es verbietet sich, Leid zu instrumentalisieren." Man könne einzelne politische Schritte zwar für falsch oder nicht genügend halten. "Aber einem Menschen, Politikern oder den Flüchtlingen, insgesamt eine Schuld am Berliner Anschlag zu unterstellen, das ist unverschämt", sagte der Erzbischof.
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