04.07.2017 - 22:24 Uhr
Deutschland & Welt

Verfassungssschutzbericht 2016 Zahl der Extremisten wächst weiter

Berlin. In Deutschland gibt es immer mehr Extremisten, und diese zeigen sich immer gewaltbereiter: Wie aus dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Verfassungsschutzbericht hervorgeht, haben sowohl links- und rechtsextremistische Szene als auch das radikal-islamische Milieu 2016 an Anhängern dazugewonnen. Die Zahl von Gewalttaten stieg insbesondere im Bereich Rechtsextremismus. Im vergangenen Jahr wurden 1600 rechtsmotivierte Gewalttaten gezählt. Das waren fast 14 Prozent mehr als 2015 (1408 Gewalttaten).

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (rechts) und Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen. Bild: Kay Nietfeld/dpa
von Agentur EPDProfil

Dass die Zahl gewaltbereiter Rechtsextremisten zunimmt, war bereits im vergangenen Jahr die besorgte Botschaft der Verfassungsschützer. Nach ihrem aktuellen Bericht hat sich das Problem weiter verschärft. Erstmals im Verfassungsschutzbericht erwähnt sind die sogenannten Reichsbürger, die die Existenz der Bundesrepublik ablehnen. Der Verfassungsschutz geht von 12 800 Anhängern aus. Den Angaben zufolge verfügen 700 Reichsbürger über eine Erlaubnis für den Besitz von Waffen.

Für den Linksextremismus weist der Verfassungsschutz ebenfalls ein gestiegenes Personenpotenzial aus. 28 500 Menschen wurden 2016 der Szene zugerechnet, knapp 2 000 mehr als 2015. 8500 von ihnen werden als gewaltbereit eingeschätzt. Die Zahl der linksextrem motivierten Gewalttaten hat 2016 dem Bericht zufolge aber abgenommen: 2016 wurden 1201 Gewalttaten gezählt, 2015 noch 1608.

Trotz des wachsenden Bedrohungspotenzials warnte de Maizière vor Panik. Knapp 10 000 Islamisten sowie die wachsende Zahl Rechts- und Linksextremer seien Anlass zur Sorge, "aber sie sind keine ernsthafte Bedrohung für die Stabilität unserer Demokratie", betonte er.

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