01.08.2017 - 21:58 Uhr
Deutschland & Welt

Verhaltenskodex für Seenotretter bleibt umstritten: Geringe Zustimmung

Rom. Wichtige Hilfsorganisationen haben die Unterzeichnung des Verhaltenskodex für private Seenotretter auf dem Mittelmeer verweigert. "Ärzte ohne Grenzen" habe das Dokument nicht unterschrieben, erklärte Generaldirektor Gabriele Eminente nach einem Treffen im Innenministerium in Rom. Auch deutsche Organisationen wie "Jugend Rettet" stimmten nicht zu. Mit dem Kodex will die italienische Regierung Rettungsaktionen für Migranten auf dem Meer besser regeln. Seenotretter fühlten sich dadurch jedoch kriminalisiert und in ihrer Unabhängigkeit gefährdet. Ein Großteil der Rettungen von Flüchtlingen übernehmen neben der italienischen Küstenwache und Schiffen von EU-Missionen die Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Strittig war vor allem, dass nach dem Kodex bewaffnete Polizisten auf den Booten mitfahren sollen und Transfers von kleineren Rettungsbooten auf größere erschwert werden. Das Dokument unterzeichneten NGOs wie "Save the Children" oder "MOAS", teilte das Innenministerium mit. Anderen Seenotrettern wie "Sea Eye" oder "Sea Watch" seien bei dem Treffen nicht dabei gewesen. Das Innenministerium erklärte, die Organisationen, die dem Kodex nicht zugestimmt hätten, würden aus dem "Organisationssystem der Rettung auf Hoher See ausgeschlossen". Was das genau bedeutet, blieb unklar.

von Agentur DPAProfil
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