10.05.2005 - 00:00 Uhr
Deutschland & Welt

Vier Vohenstraußer fallen am 9. Mai 1915 auf französischem Boden "Heldentod" bei Angriff in der Lorettoschlacht

Das Kriegsende vor 60 Jahren steht zur Zeit im Fokus. Doch auch schon im Ersten Weltkrieg wurde im unvorstellbarem Maß gestorben und gelitten. Auch zahlreiche Vohenstraußer gehören zu den Opfern.

von Redaktion OnetzProfil

Als die Deutschen beim belgischen Ypern Ende April 1915 ihre Gasangriffe einstellten, eröffnete die französische Armee im Mai 1915 eine Offensive gegen die benachbarte Hügelkette im Norden von Arras, wo sich die Armee des bayerischen Kronprinzen Rupprecht eingegraben hatte. Besonders eine von den Bayern befestigte Höhe mit der Kirche "Notre Dames de Loretto" war heiß umkämpft.

1200 Geschütze

Am 5. Mai 1915 brüllten 1200 Geschütze los und eröffnen die Lorettoschlacht. Stellenweise waren die Gräben der siebten und zehnten Reserve-Regimenter nur 50 bis 80 Meter vom Gegner entfernt. Der Beschuss dauerte fünf Tage und zerstörte mit stundenlangem Trommelfeuer die deutschen Schützengräben.

Am 9. Mai um 10 Uhr wurde das Feuer vorverlegt. Dann folgte der Sturmangriff der Infanterie. Auf einer Breite von 34 Kilometer drangen Franzosen teilweise bis in die deutsche zweite Linie vor. Dann hämmerten die ersten deutschen MG-Nester los und bremsten die Wucht des Angriffs.

Immense Verluste

Unter immensen Verlusten krallten sich die Franzosen in den Hügeln der Loretto fest. Nüchtern klang der Kriegsbericht: "Bei Lorettohöhe und südlich Souchez brechen starke Angriffe weißer und farbiger Franzosen vor unseren Hindernissen zusammen." Aus dem Lazarett schrieb später ein Landwehrmann vom Siebener-Regiment: "Teile mit, dass ich am 9. Mai durch Granatschuss am linken Oberarm verwundet worden bin." Und er fand es bemerkenswert: "Wir haben es mit lauter Schwarzen zu tun gehabt."

Schon in der ersten Kriegswoche im August 1914 wurde in Weiden das erste Bataillon des siebten bayerischen Reserve-Regiments aufgestellt. Mit diesem Regiment zogen am 11. August auch Vohenstraußer ins Feld: der Lehrer Georg Eschenbacher, der Schuhmachermeister Georg Schwägerl, der Infanterist Georg Fuchs (der am 26. August 1916 auf Vorposten durch Kopfschuss fiel).

Großer Alarm

Hauptmann Lang beschrieb den Einsatz des benachbarten zehnten Reserve-Regiment. "Bereits bis zum 8. Mai waren die Stellungen bis zur zweiten Linie durch die französischen Mörser stückweise eben geschossen. Noch in dieser Nacht musste eine Kompanie hinaus, um die Gräben wieder auszuheben. Und schon fing auch die feindliche Artillerie an, auf sie zu feuern."

Am 9. Mai um 10 Uhr folgte der Alarm. Die Franzosen waren bereits in die deutschen Linien eingedrungen. Ein Infanterist schrieb auf einer Feldpostkarte: "Nun ging der Kampf los. Die Franzosen wollten nimmer weichen, und wir durften nicht weichen. So wurde denn gekämpft, bis ich um 2 Uhr verwundet wurde, der linke Oberarm war durchschossen."

Heldentod

Beim Dorf La Targette fiel Hauptmann Leimbach von den Zehnern im Gefecht gegen eine tschechische Freiwilligengruppe. An diesem 9. Mai 1915, dem Tag des Sturmangriffs in der Loretto-Schlacht starben vier Vohenstraußer den "Heldentod": der Infanterist Franz Hambeck von der zweiten Kompagnie, Kaufmann Friedrich Höcker und Arbeiter Johann Schultes. Der Porzellanmaler Max Ostermann galt seit diesem Tag als vermisst.

Keiner dieser vier am gleichen Tag gefallenen Vohenstraußer konnte beerdigt werden. Am 10. Mai fiel Georg Frischholz aus Tresenfeld. Er ruht mit vielen anderen des zwölften Reserve-Regiments in einem Grab bei Arras. Am 12. Mai wurde ein deutscher Gegenangriff abgewiesen. Dabei verlor der Infanterist Josef Götz aus Vohenstrauß sein 23 Jahre junges Leben.

"Schwere Gegner"

Am 13. Mai erobert ein erneuter französischer Angriff Loretto. Die französischen Gesamtverluste werden innerhalb acht Tagen mit 132 000 angegeben. Die deutschen Verluste waren nicht geringer. Der Kampf um Loretto und Arras ging noch Jahre weiter. Ein Landwehrmann vom 20er Regiment schrieb nach Hause: "Es gibt immer zu kämpfen. Wir haben schwere Gegner. Alle Tage kostet es Opfer und ein und der andere Kamerad muss sein Leben hier in fremder Erde lassen."

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