24.04.2018 - 20:12 Uhr
Deutschland & Welt

Vietnamesischer Angeklagter über Waidhaus ausgeliefert Entführer vor Gericht

Berlin/Waidhaus. (dpa/ca) Vor dem Berliner Kammergericht muss sich seit Dienstag ein 47-jähriger Vietnamese verantworten, der an der Entführung eines Landsmanns beteiligt gewesen sein soll. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm geheimdienstliche Agententätigkeit und Beihilfe zur Freiheitsberaubung vor. Laut Anklage soll der vietnamesische Geheimdienst die Entführung des Geschäftsmanns Trinh Xuan Thanh und seiner Begleiterin im Juli 2017 im Berliner Tiergarten organisiert haben.

von Agentur DPAProfil

Der Angeklagte habe das Entführungs-Auto in Prag gemietet, nach Berlin und wieder zurückgefahren, hieß es. Der Gesamtplan sei ihm in Grundzügen bekannt gewesen, er habe ihn gebilligt, so Oberstaatsanwalt Lienhard Weiß für die Bundesanwaltschaft. Der 47-Jährige äußerte sich nicht. Sein Verteidiger kündigte eine Erklärung seines Mandanten zu einem späteren Zeitpunkt an. Der Vietnamese lebte bis zu seiner Festnahme in Prag und betrieb dort eine Geldwechsel-Stube. Long N. H. war am 12. August 2017 von tschechischen Spezialkräften in Prag festgenommen worden. Am 23. August wurde der vietnamesische Staatsbürger über Waidhaus (Kreis Neustadt/WN) nach Deutschland ausgeliefert.

Xuan Thanh Trinh und seine Begleiterin waren am 23. Juli 2017 im Berliner Tiergarten in einen Transporter gezerrt worden, der Geschäftsmann wurde später nach Vietnam verschleppt. Der frühere kommunistische Funktionär lebte seit dem Jahr 2016 in Berlin, weil ihm in seinem Heimatland verschiedene Wirtschaftsstraftaten vorgeworfen wurden. Mittlerweile wurde er in Vietnam wegen Korruption und Misswirtschaft zu lebenslanger Haft verurteilt. In Deutschland erhielt er Asyl.

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