10.05.2017 - 22:36 Uhr
Deutschland & Welt

Vizekanzler geht – Kanzler Kern gegen Neuwahlen: Rücktritt in Wien

Wien. Als Reaktion auf seine Demontage in der Öffentlichkeit hat Österreichs Vizekanzler Reinhold Mitterlehner den Rücktritt von allen Ämtern angekündigt. "Ich finde, es ist genug", sagte der 61-Jährige. Sein Schritt sei Selbstschutz für ihn und seine Familie. Ein TV-Bericht im ORF über die auf ihn wartenden Totengräber habe den letzten Anstoß für seine Entscheidung gegeben.

von Agentur DPAProfil

Außerdem fühlte Mitterlehner seine Position als Chef der konservativen ÖVP durch die Partei untergraben. "So macht das keinen Spaß und keinen Sinn mehr", sagte er. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) bedauerte den Schritt. Er bot Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) die Fortsetzung der Koalition an. Der Rücktritt ist der Höhepunkt eines Dauerzwistes in der rot-schwarzen Regierung. Während das Duo Kern - Mitterlehner nach eigenem Bekunden mit gegenseitigem Respekt und sachorientiert miteinander umging, gab es von Seiten anderer Regierungsmitglieder teils massive Kritik am Kanzler.

Kern hielt am regulären Wahltermin im Herbst 2018 fest. Die kommenden Entscheidungen bei der ÖVP könnten eine Chance für das Land und die weitere Regierungsarbeit sein. "Ich biete der ÖVP und Sebastian Kurz eine Reformpartnerschaft an", so der 51-Jährige.

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