Vorerst keine Entscheidung über Puigdemont Auslieferungshaft
Ostertage in der JVA

Neumünster/Barcelona. Der katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont wird die Ostertage in der Justizvollzugsanstalt Neumünster verbringen. Schleswig-Holsteins Generalstaatsanwaltschaft wird vorher keinen Antrag auf Auslieferungshaft beim Oberlandesgericht stellen, wie eine Sprecherin sagte. Mit der Entscheidung, ob der Antrag gestellt wird, sei nicht vor Anfang kommender Woche zu rechnen. Am Ende des Verfahrens könnte die Auslieferung des 55-Jährigen an Spanien stehen. Dort droht ihm eine lange Haftstrafe.

Am Mittwoch hatte Puigdemont Besuch von einem deutschen Parlamentarier. Bernd Lucke, der ehemalige AfD-Chef und Europaabgeordnete der Liberal-Konservativen Reformer (LKR), sprach anderthalb Stunden mit ihm und forderte dann, Puigdemont bis zu einer Entscheidung über eine Auslieferung in Deutschland auf freien Fuß zu setzen.

Unterdessen hat sich die ebenfalls mit europäischem Haftbefehl gesuchte frühere katalanische Regionalministerin Clara Ponsati in Schottland der Polizei gestellt. Der 61-Jährigen werden Rebellion und Veruntreuung öffentlicher Mittel vorgeworfen. Zwei Beamte, die Puigdemont bei seiner Rückfahrt von Finnland Richtung Belgien begleitet hatten, wurden zudem in Barcelona festgenommen. Der eine sei am Flughafen inhaftiert worden, der andere in der Nähe seines Hauses, berichtete die Zeitung "El País".
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