Weg mit dem Feigenblatt: Im Irak geht es ums nackte Überleben

Dieses Mal hat es nicht gereicht, den Fall an eine Arbeitsgruppe abzuwälzen. Auch mit dem Scheckbuch hätte Deutschland den von den IS-Mordbanden bedrohten Irakern kaum helfen können. Die Bundesregierung war gezwungen, über die robusteste Art des Beistands gleich nach militärischem Eingreifen zu entscheiden: der Lieferung von Kriegswaffen.

Die Regierung hat richtig entschieden. Kurdische Einheiten sollen nicht nur Verbandspäckchen und Schutzbrillen bekommen, sondern ein umfangreiches Waffenarsenal. Um das nackte Überleben bedrohter Völker zu schützen. Und um einen noch größeren "islamischen Staat" zu verhindern, dessen fanatisches, pseudoreligiöses Regime für die Welt mindestens so gefährlich wäre wie einst das der Taliban. Wir erinnern uns: Um Afghanistan wenigstens teilweise aus den Krallen der Islamisten zu befreien, war ein massiver Militärschlag der Supermacht USA nötig.

Für die Freiheit des Westens sollten am Hindukusch Soldaten aus vielen Nationen ihre Leben lassen, darunter Deutschland. Auch die Hoffnung, das im Nahen Osten zu vermeiden, rechtfertigt den Tabubruch und die Risiken, welche die Lieferung von Gewehren und Panzerfäusten birgt.

stefan.zaruba@derneuetag.de
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