20.06.2017 - 21:08 Uhr
Deutschland & Welt

Weltflüchtlingstag: UN würdigen Einsatz für Flüchtlinge

Weltflüchtlingstag: Einen Tag lang haben zehntausende Geflohene und Gastgeber die Not beiseite geschoben und die humanitäre Hilfe gefeiert. Die Vereinten Nationen würdigen vor allem die Helfer.

Filippo Grandi, Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks, und seine Assistentin Vicky Tennant in Bentiu im größten Flüchtlingslager des Südsudan. In dem Lager leben Tausende innerhalb des Landes geflüchtete Menschen. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Genf. Millionen Menschen weltweit helfen Flüchtlingen. Zum Weltflüchtlingstag haben die Vereinten Nationen diesen Einsatz besonders gewürdigt. Der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Filippo Grandi, lobte Dörfer, Städte und Gemeinden, die Flüchtlingen ein sicheres Zuhause bieten.

"Wir leben in einer Welt mit viel Ungewissheit, in wirtschaftlich labilen Zeiten, mit politischen Umbrüchen und Gewalt - manchmal möchten wir die Augen und unsere Türen davor schließen", sagte Grandi. "Aber Angst und Ausschluss machen die Lage nicht besser für uns, das bringt nur Hürden, Entfremdung und Verzweiflung." In aller Welt erinnerten Flüchtlinge und Gastgeber mit Festen, Koch- oder Sportveranstaltungen an den Weltflüchtlingstag. Grandi besuchte am Dienstag ein Flüchtlingslager und eine Schule in Gambella in Äthiopien. Das Land ist selbst bitterarm und beherbergt trotzdem mehr Flüchtlinge als Deutschland - 790 000 nach UNHCR-Angaben. Die meisten stammen aus dem Bürgerkriegsland Südsudan.

Weltweit waren 2016 über 65 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie noch nie. Allein aus Syrien mussten zwei Drittel der Einwohner fliehen. Dort kämpfen seit über sechs Jahren Regierungstruppen, Rebellen sowie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) um die Vorherrschaft. Die meisten Flüchtlinge stammen aus Syrien, Afghanistan und Südsudan.

Die meisten Geflüchteten - 84 Prozent - sind in Nachbarländern der Krisenregionen untergekommen. Danach ist Deutschland das größte Aufnahmeland auf Platz 8, mit 669 500 Flüchtlingen nach Angaben des UNHCR. "Deutschland braucht ein Einwanderungsgesetz", sagte Justizminister Heiko Maas. "Wir sind längst ein Einwanderungsland, also sollten wir die Einwanderung gebündelt regeln. Ohne Menschen aus anderen Ländern wird Deutschland nicht so stark bleiben, wie es ist."

Gerade minderjährige Flüchtlinge in Deutschland hätten Bedarf an klaren Anlaufstellen, wie die Kinderhilfsorganisation Plan mitteilte. Ebenso wünschten sie sich mehr Frauen als Ansprechpartnerinnen, etwa Dolmetscherinnen.

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