30.08.2017 - 21:40 Uhr
Deutschland & Welt

Weltsicherheitsrat verurteilt Nordkorea Raketentest "empörend"

Der Weltsicherheitsrat verurteilt in einer Sondersitzung Nordkoreas jüngsten Raketentest als "empörend". Südkorea und Japan wollen sich für neue Sanktionen des Rats gegen das Nachbarland einsetzen. Dessen Machthaber Kim Jong Un denkt an weitere Aktionen.

Passanten beobachten auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof in Pjöngjang (Nordkorea) die Übertragung eines Raketentests. Machthaber Kim Jong Un hat weiterre Tests angedeutet. Bild: Kim Kwang Hyon/AP/dpa
von Agentur DPAProfil

New York/Pjöngjang/Seoul. Kim bestätigte den "erfolgreichen" Test einer Mittelstreckenrakete vom Typ Hwasong-12. Er sei "äußerst zufrieden", wie die Staatsmedien am Mittwoch berichteten. Kim deutete weitere Raketenversuche an. Nordkorea hatte gegen alle Sanktionen am Dienstag eine Rakete über den Norden Japans hinweg in Richtung Pazifik gefeuert und dafür harsche internationale Kritik geerntet. Südkoreas Präsident Moon Jae In und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe wollen den Druck auf Pjöngjang auf "ein extremes Maß" steigern. Beide wollen auf neue Sanktionen des Weltsicherheitsrats gegen ihr Nachbarland hinwirken. Die Vetomacht China rief zur friedlichen Beilegung des Konflikts auf.

Raketentest als Antwort

Die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats riefen Pjöngjang auf, weitere Tests zu unterlassen und im Einklang mit früheren UN-Resolutionen sein Atomprogramm einzustellen - zu neuen Sanktionen äußerte sich der Rat nicht. Die jüngsten Raketentests des nordkoreanischen Militärs unterminierten "absichtlich regionalen Frieden und Stabilität und haben weltweit große Sicherheitsbedenken ausgelöst", heißt es in einer Erklärung. Kim betonte, der Raketentest sei eine Antwort auf die Manöver des südkoreanischen und des US-Militärs. Der Test "unter simulierten Kriegsbedingungen" sei "ein erster Schritt der Koreanischen Volksarmee im Pazifik und ein bedeutungsvolles Vorspiel, um Guam in Schach zu halten", wurde er zitiert. Washington unterhält auf dem US-Territorium Guam einen Marine- und Luftwaffenstützpunkt. Pjöngjang unterstellt den USA, durch Militärmanöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder bestreiten.

Trump: Alle Optionen

Es war zwar nicht die erste nordkoreanische Rakete, die über Japan hinwegflog. Es sei aber das erste Mal, dass das unangekündigt geschehen sei, meldete der japanische Sender NHK. US-Präsident Donald Trump, der mehrmals mit einem Alleingang in dem Konflikt gedroht hatte, verurteilte den Test und betonte: "Alle Optionen sind auf dem Tisch."

Der Konflikt heizt sich seit Monaten auf. Nach zwei Interkontinentalraketentests im Juli hatte der Sicherheitsrat die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea verhängt. Pjöngjang arbeitet an der Entwicklung von Raketen, die einen Atomsprengkopf bis in die USA tragen können. Seoul und Tokio wollten sich nach Angaben des südkoreanischen Präsidialamts mit den USA für "konkretere und wirkungsvollere Maßnahmen des UN-Sicherheitsrats gegen Nordkorea einsetzen". Nordkorea solle an den Verhandlungstisch zurückgebracht werden.

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