2. Bundesliga: Köln leistet sich Ausrutscher gegen 1860
Jahn nimmt Abschied

Am bitteren Schlusspunkt eines rabenschwarzen Fußball-Jahres machte Sportchef Franz Gerber von Zweitliga-Absteiger Jahn Regensburg immerhin einen kleinen Lichtblick aus. "Es endet nicht in einem absoluten Desaster", bilanzierte Gerber nach dem Abstieg des oberpfälzischen Traditionsclubs.

"Obwohl ein Abstieg natürlich immer sehr bitter ist, hat uns auch diese Saison einiges gebracht", sagte der Jahn-Sportchef weiter. Der Verein sei ins Blickfeld geraten, zudem sei die Infrastruktur wesentlich verbessert worden. "Und vor allem: Wir gehen in die 3. Liga ohne Schulden."

Am Freitagabend herrschte dagegen noch der blanke Frust beim Jahn-Tross. Das 0:1 (0:0) bei Union Berlin war ein Spiegelbild der gesamten Saison gewesen: Beste Chancen hatten die Oberpfälzer vor allem in der ersten Halbzeit, gejubelt wurde aber wieder einmal nur beim Gegner. Union-Profi Torsten Mattuschka besiegelte mit einem verwandelten Foulelfmeter (63. Minute) die Niederlage der Regensburger - und den endgültigen Abstieg.
"Letztlich konnten wir die Sensation, die wir mit dem Aufstieg geschafft haben, nicht wiederholen. Das zweite Wunder - den Nichtabstieg - haben wir nicht erreicht", erklärte Gerber. Nun soll die Saison anständig beendet werden und dann ein neuer Anlauf in Liga drei unternommen werden.

Erstklassiger Jubel dagegen in Braunschweig, nächster Dämpfer für Köln: Mit dem mageren 1:1 (1:0) daheim gegen 1860 München hat Fußball-Zweitligist 1. FC Köln erneut zwei wichtige Punkte im Kampf um die Aufstiegsrelegation liegen gelassen und den Sprung auf Platz drei verpasst. Damit kann Konkurrent 1. FC Kaiserslautern am Montag bei Energie Cottbus seinen Vorsprung weiter ausbauen - möglicherweise schon vorentscheidend.

Ansonsten ist im Aufstiegsrennen alles klar - am 31. Spieltag konnte es Eintracht Braunschweig Spitzenreiter Hertha nachmachen und nach 28 Jahren die Bundesliga-Rückkehr unter Dach und Fach bringen. Lange mussten sich die Eintracht-Fans am Freitag in Ingolstadt gedulden, in der Nachspielzeit war es soweit. Damir Vrancic sorgte per Freistoß (90.+2. Minute) für den Volltreffer ins Aufstiegsglück - und für den Startschuss einer langen Fußball-Party. Zunächst feierten Team und Fans noch getrennt, am Samstag empfingen mehr als 10 000 Anhänger die Mannschaft daheim.
Nur zu gerne würde auch Holger Stanislawski das Feierbiest geben. Doch sechs Tage nach dem unglücklichen 1:1 in letzter Sekunde beim MSV Duisburg gab es für Kölns Coach erneut nur einen Punkt - zu wenig im Rennen um Rang drei. Anthony Ujah (7.) brachte Köln in Front, "Löwen" Daniel Halfar (78.) glich jedoch zum Entsetzen der FC-Fans aus.

Zittern im Abstiegskampf muss noch Erzgebirge Aue. Nach dem 0:0 gegen Duisburg trennte sich der Club am Sonntag von Trainer Karsten Baumann.
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