31 deutsche Medaillen in Pyeongchang
Eine mehr als wunderbare Bilanz

Eishockey-Nationalspieler Christian Ehrhoff trug die deutsche Fahne bei der Abschlussfeier im Olympiastadion. Die Deutschen schnitten in Südkorea sensationell gut ab. Bild: H. Schmidt/dpa

Nach der Total-Pleite von Sotschi ist Deutschland bei den Winterspielen wieder zur zweitbesten Wintersportnation hinter Norwegen aufgestiegen. Mit 31 Medaillen, davon 14 goldene, ist es die beste Olympia-Bilanz auf Eis und Schnee seit der Wiedervereinigung.

Pyeongchang. Deutschland hat mit einer spektakulären Rückkehr an die Weltspitze der Wintersportnationen ein olympisches Märchen voller Überraschungen, Wunder und Rekorde geschrieben. "Das Team Deutschland hat aus den Spielen ein sportliches Spektakel gemacht", bilanzierte Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig am Ende der 23. Olympischen Winterspiele von Pyeongchang.

Einiges dazu beigetragen hat die begeisternde Eishockey-Auswahl von Bundestrainer Marco Sturm, die Sensations-Gold nur knapp verpasste. Bereits Silber ist der größte Olympia-Erfolg der deutschen Eishockey-Geschichte. "Das wird es so schnell nicht wieder geben", sagte der deutsche Eishockey-Präsident Franz Reindl.

Nach der Total-Pleite in Sotschi 2014 mit nur 19 Medaillen starteten die deutschen Athleten vom ersten Wettkampftag an einen historischen Höhenflug. Mit 14 Gold-, zehn Silber- und sieben Bronzemedaillen machten sie das erfolgreichste Abschneiden Deutschlands bei Winterspielen nach der Wiedervereinigung perfekt. Erst am Schlusstag der Pyeongchang-Spiele gewann Norwegen das Kopf-an-Kopf-Rennen mit 39 (14/14/11) Medaillen.

Damit verfehlte es das Team Deutschland knapp, nach 1992, 1998 und 2006 zum vierten Mal den Spitzenplatz im Medaillenspiegel zu erobern. "Wir sind stolz auf diese besondere Gesamtleistung", kommentierte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, eine Bilanz zum Genießen. Das vom DOSB-Leistungssportchef ausgegebene Ziel von 19 plus X Medaillen ist damit übererfüllt worden. "Es ist ein relativ großes X geworden", sagte Schimmelpfennig.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière gratulierte "einem großartigen deutschen Team zu einem grandiosen Erfolg und Platz zwei im Medaillenspiegel". In Deutschland sei man "Zeuge großartiger Leistungen und Erfolge unserer Sportler, die wir so zum Teil ja gar nicht erwartet hatten", gewesen.

Für Schimmelpfennig waren es nicht nur Winterspiele mit einer enormen Medaillenausbeute, sondern auch solche, bei denen deutsche Athleten "Geschichte und Geschichten geschrieben haben". Allen voran die Eishockey-Auswahl um Christian Ehrhoff, der nach dem Endspiel gegen die Russen als Fahnenträger bei der Abschlussfeier das letzte Kapitel der "Mega-Story", wie er es nannte, schrieb.

Zu den Sternstunden in Pyeongchang gehörten zudem der deutsche Dreifach-Triumph im Einzel in der Nordischen Kombination durch Johannes Rydzek, Fabian Rießle und Eric Frenzel und das erste deutsche Paarlauf-Gold nach 66 Jahren durch Aljona Savchenko/Bruno Massot, die mit ihrer Kür auch Olympiasieger der Herzen waren.

Es ist ein relativ großes X geworden.DOSB-Leistungssport-Direktor Dirk Schimmelpfennig zu den Medaillenvorgaben 19 plus X
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