13.02.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Als Schnellster der Kombi-Abfahrt ist Thomas Dreßen heiß auf die Königsdisziplin Dreßen-Aufhorcher in Kombi

Er darf bei der olympischen Kombination kurz von einem Medaillen-Coup träumen. Dann aber lässt der Slalom keinen vorderen Platz zu. Als Schnellster der Kombi-Abfahrt ist Thomas Dreßen heiß auf die Königsdisziplin - die Deutschen hoffen auf einen Super-Donnerstag.

Nach der Abfahrt führte Thomas Dreßen (rechts), aber nach dem zweiten Teil in der Kombination, dem Slalom, musste der dem Österreicher Marcel Hirscher zur Goldmedaille gratulieren. Bild: Angelika Warmuth/dpa
von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Den ausgebliebenen Auftakt-Coup quittierte Thomas Dreßen mit einer wegwerfenden Handbewegung und einem Kopfschütteln. Seine erste Enttäuschung über Platz neun in der alpinen Kombination trotz Führung nach der Abfahrt wich aber schnell der Angriffslust vor dem deutschen Super-Alpintag mit der Spezialabfahrt der Herren und dem Riesenslalom mit Viktoria Rebensburg. Dann soll es doppelt was zu feiern geben im olympischen Ski-Team. "Die Vicky ist mit Sicherheit Medaillenfavoritin und ich probier, wieder ein gutes Ergebnis zusammenzukriegen", sagte Dreßen. "Ich nehme viel Selbstvertrauen mit und freue mich schon. Ich hoffe, dass es nach ganz oben geht."

Rebensburg appellierte vor dem "Super-Donnerstag" sogar an die Fans in Deutschland: "Da hoff' ich, dass wirklich jeder aufsteht und das anschaut", sagte sie. Um 2.00 Uhr MEZ (10.00 Uhr Ortszeit) beginnt der Riesenslalom, die Entscheidung fällt im zweiten Lauf ab 5.45 Uhr MEZ (13.45 Uhr Ortszeit). Dazwischen gibt es die Königsdisziplin mit Kitzbühel-Sieger Dreßen um 3.30 Uhr MEZ (11.30 Uhr Ortszeit). "Es gibt nichts besseres aus Alpin-Sicht", sagte Rebensburg.

Mit der Vorstellung in seinem ersten Rennen bei Winterspielen sorgte Dreßen einmal mehr für Aufsehen, schließlich ließ er im Abfahrts-Teil alle Speed-Rivalen hinter sich und hatte nur im Slalom gegen die Spezialisten um Olympiasieger Marcel Hirscher keine Chance. "Er hat sich heute in den engeren Kreis der Medaillenkandidaten reingefahren, das kannst du nicht mehr wegdiskutieren", sagte Alpindirektor Wolfgang Maier. Die deutschen Ski-Herren wollen in Pyeongchang die erste Medaille bei Winterspielen seit Markus Wasmeiers zwei Gold-Triumphen 1994 in Lillehammer gewinnen.

Bei der verkürzten Kombi-Abfahrt hatte Dreßen den Norweger Aksel Lund Svindal (+0,07 Sekunden) und Sotschi-Olympiasieger Matthias Mayer aus Österreich (0,13) hinter sich gelassen. Der Schweizer Weltmeister Beat Feuz verzichtete auf einen Start. "Extrem viel Selbstvertrauen" nehme er mit, sagte Dreßen, "und ich weiß, dass der Plan, den ich habe und die Fahrweise gut auf die Strecke passen".

"Wir erwarten, und das brauche ich auch nicht anders zu formulieren, dass wir an dem Tag eine Medaille holen", unterstrich Maier. "Das sind unsere zwei stärksten Disziplinen im Augenblick."

Sogar noch größer als bei Dreßen dürften bei Rebensburg die Chancen auf Edelmetall liegen. In ihrer Paradedisziplin führt die Kreutherin die Weltcup-Wertung an und hat in diesem Winter bereits drei Siege und zwei zweite Plätze eingefahren. 2010 holte sie im Riesentorlauf sensationell Gold, vor vier Jahren in Sotschi raste sie zu Bronze.

Dreßen lag als Schnellster der Abfahrt zwar virtuell kurz auf dem Gold-Rang. Seine Chancen auf den ganz großen Coup waren aber nur minimal - dafür war die Abfahrt zu kurz und der entscheidende Slalom zu lang und kompliziert. Direkt nach der Zieldurchfahrt gab es für Dreßen aufmunternde Worte von Sieger und Dominator Hirscher. "Hau rein, hab ich gesagt", erzählte der Österreicher. "Das ist echt ein leiwander (lässiger) Typ und ich glaube, dass er das Potenzial hat, hier für eine Überraschung zu sorgen."

Er hat sich heute in den engeren Kreis der Medaillenkandidaten reingefahren, das kannst du nicht mehr wegdiskutieren.Alpindirektor Wolfgang Maier
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