Am Mittwoch Rückspiel beim FC Barcelona - Trainer Jupp Heynckes fordert Konzentration
Bayern will Triumphzug vollenden

Der FC Bayern geht am Mittwoch mit einem beruhigenden Polster ins Halbfinal-Rückspiel der Champions-League beim FC Barcelona. Beim 4:0-Sieg in der Allianz-Arena hatten die Münchner alles im Griff. Hier klärt David Alaba (Zweiter von rechts) gegen Barcelonas Superstar Lionel Messi. Mit im Bild Franck Ribéry (links) und Daniel Alves. Bild: dpa

Adios Barça! Bei der Rückkehr an den Ort der größten Demütigung in der Champions-League wollen die Bayern ihren aufregenden Triumphzug ins Finale nach London vollenden. Kein Messi, kein Xavi, kein Iniesta und auch nicht die bisweilen einschüchternde Atmosphäre in der mit mehr als 90 000 Zuschauern besetzten Fußball-Kathedrale Camp Nou in Barcelona sollen zum Stolperstein für die Münchner Triple-Jäger werden.

Der Matchplan von Jupp Heynckes für das Halbfinal-Rückspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF/Sky) beim FC Barcelona orientiert sich ganz an der 4:0-Hinspielgala: "Wir müssen mit der gleichen Hingabe, der gleichen Konzentration und der gleichen taktischen Ausrichtung spielen", forderte der Bayern-Trainer.

Auf einen gemütlichen Betriebsausflug stellt sich beim deutschen Meister aber niemand ein. Auch Steuersünder Uli Hoeneß will den fünften Einzug seines FC Bayern in ein Champions-League-Finale live miterleben. "Der Präsident ist einer von uns", sagte Arjen Robben am Montag zum "Thema Nummer eins" in Deutschland, dem sich niemand entziehen könne. Die Konzentration stören soll es nicht.

Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, stellen sich die Münchner auf echte Maloche ein, um das große Ziel London zu erreichen. "Es wird viel über ein deutsches Finale und von Wembley geredet, aber jetzt gibt es nur Barcelona", erklärte Robben und mahnte: "Wir dürfen nicht ein Prozent weniger geben als im Hinspiel."
Der Respekt vor Lionel Messi, der Magie des FC Barcelona und des Stadions Camp Nou ist bei den Münchnern ungebrochen. "Wenn es eine Mannschaft gibt, die so ein 4:0 korrigieren kann, dann ist es Barcelona", sagte Robben. "Barcelona hat beim 0:4 in München etwas erlebt, was sie reizen wird", glaubt Sportvorstand Matthias Sammer. Auch Heynckes benannte den "verletzten Stolz" als Triebfeder für die Katalanen. "Barcelona ist angeschossen, es wird versuchen, sich zu wehren", meinte Nationaltorhüter Manuel Neuer, der ankündigte: "Wir werden alles daransetzen, dass kein Unglück passiert."

So wie beim letzten Duell in Barcelona 2009, als der deutsche Rekordmeister unter Trainer Jürgen Klinsmann mit 0:4 unterging. So ein Desaster hat in dieser Saison auch der AC Mailand im Camp Nou erlebt. Aber die Bayern? Für Sammer hängt alles von der eigenen Leistung ab: "Wenn wir es gut machen, gehen wir weiter ins Finale. Wenn man spielt wie gegen Arsenal London zu Hause, dann könnte es unangenehm und gefährlich werden."
Franz Beckenbauer warnte via "Bild"-Zeitung vor einer hitzigen Atmosphäre und Provokationen. Barcelona werde "jedes Mittel recht sein", neben erlaubten auch unerlaubte: "Sie werden provozieren, sie werden alle Tricks der Welt anwenden." Der einst für den Erzrivalen Real Madrid spielende Robben glaubt das nicht: "Barcelona spielt schönen Fußball, sie wollen auf diese Weise Spiele gewinnen."

Nicht zurückdrängen lassen

Barça braucht ein Wunder - Bayern nicht. Für Bastian Schweinsteiger ist die Arbeit gegen den Ball der Schlüssel. "Im Hinspiel hat sich jeder aufgeopfert, hat für den anderen Wege gemacht", erklärte der Chefstratege. "Viel laufen, viel arbeiten, alle zusammen", lautet die Marschroute von Franck Ribéry. "Wichtig wird sein, dass wir uns nicht zurückdrängen lassen", bemerkte Neuer. So denkt auch Robben: "Wir sind keine Mannschaft, die sich nur hinten reinstellt. Wir müssen ein Tor schießen, dann müssten sie schon sechs machen." Unvorstellbar.
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