11.10.2017 - 22:12 Uhr
Sport

Argentinien auf letzten Drücker zur WM Messi sei Dank

Berlin. Happy End für den "allmächtigen" Lionel Messi und Weltfußballer Cristiano Ronaldo, großer WM-Frust bei den Bayern-Stars Arjen Robben und Arturo Vidal: Am Abend der großen Emotionen haben die zwei besten Fußballer des letzten Jahrzehnts gerade noch ihren Platz auf der WM-Bühne gesichert. Messi wendete mit einer Drei-Tore-Gala beim 3:1 (2:1) in Ecuador das WM-Aus von Argentinien im Alleingang ab, Portugal holte sich mit dem 2:0 (1:0) im Gruppen-Endspiel gegen die Schweiz das Russland-Ticket. Für die Bayern-Stars Robben und Vidal endet dagegen die Nationalmannschaftskarriere ohne Krönung. Sowohl die Niederlande als auch Südamerikameister Chile verpassten die Endrunde.

"Ich bin jetzt 33 Jahre alt. Ich werde mich jetzt voll auf meinen Verein konzentrieren. Das ist ein guter Moment, um Abschied zu nehmen." Zitat: Arjen Robben
von Agentur DPAProfil

Und auch sonst hatten die letzten Gruppenspiele einiges zu bieten: Panama qualifizierte sich mit einem Phantomtor à la Thomas Helmer erstmals für die WM und versetzte damit die USA in einen Schockzustand. Erstmals seit 1986 fehlen die US-Kicker nach dem 1:2 (0:2) bei Trinidad und Tobago bei einer Endrunde.

Für den deutschen Trainer Michael Skibbe geht der WM-Traum dagegen weiter, der frühere Assistent von DFB-Teamchef Rudi Völler erreichte mit Ex-Europameister Griechenland durch das 4:0 (1:0) gegen Gibraltar die Play-offs und könnte nach Joachim Löw (Deutschland) und Gernot Rohr (Nigeria) als dritter deutscher Trainer zur WM fahren.

Hohn und Spott hätte es auch für Argentinien bei einem Verpassen der WM gegeben, doch einer hatte etwas dagegen: Messi ließ den zweimaligen Weltmeister mit dem 44. Dreierpack seiner Karriere noch aufatmen. "Messi war allmächtig", schrieb das Sportblatt "Olé», und Argentiniens Coach Jorge Sampaoli schwärmte: "Messi ist der beste Spieler der Geschichte." So spielte sich der fünfmalige Weltfußballer in die Herzen der argentinischen Fans, nachdem seine Auftritte in der Nationalelf mitunter kritisch begutachtet wurden. Bei den drei WM-Teilnahmen 2006, 2010 und 2014 waren die ganz großen Glanzpunkte von Messi ausgeblieben, als jeweils gegen Deutschland Endstation war.

Auch Ronaldo erhält eine weitere WM-Chance. Nach der 0:2-Auftaktpleite in der Schweiz holte sich Portugal mit neun Erfolgen in Serie noch den Gruppensieg. Für die Eidgenossen geht es damit in den Play-offs weiter. Für den WM-Dritten Niederlande reichte es dagegen nicht einmal für die Ausscheidungsspiele. Der 2:0 (2:0)-Sieg gegen Schweden fiel um fünf Tore zu niedrig aus. Schweden erreichte die Play-offs, Frankreich schaffte durch das 2:1 (2:1) gegen Weißrussland die Direkt-Teilnahme. So nahm Arjen Robben auf einer Ehrenrunde Abschied von der Elftal. "Ich bin jetzt 33 Jahre alt. Ich werde mich jetzt voll auf meinen Verein konzentrieren. Das ist ein guter Moment, um Abschied zu nehmen", sagte der Mittelfeld-Star von Bayern München, der beide Tore erzielte.

Zunächst deutete auch Vidal seinen Rückzug aus dem Nationalteam an. Am Tag nach dem 0:3 gegen Chile revidierte der Offensivspieler jedoch erste Äußerungen: "Jedes Mal, wenn sie mich fragen, stehe ich meiner Auswahl zur Verfügung", twitterte der 30-Jährige. Aus Südamerika fahren stattdessen neben Argentinien auch Brasilien, Uruguay und Kolumbien zur WM.

Ähnlich spannend ging es am letzten Spieltag in der Concacaf-Zone zu. Panama sicherte sich durch ein 2:1 (0:1) gegen das bereits qualifizierte Costa Rica das WM-Ticket. Doch es könnte noch ein Nachspiel geben, denn beim Ausgleichstor von Gabriel Torres überquerte der Ball nicht die Torlinie, sondern strich am Pfosten vorbei. Erinnerungen an das Phantomtor von Thomas Helmer aus dem Jahr 1994 wurden wach.

Leidtragende waren die USA, die auf Platz fünf abrutschten. Honduras erreichte durch das 3:2 (1:2) gegen Mexiko immerhin noch Platz vier und damit die Play-offs.

Ich bin jetzt 33 Jahre alt. Ich werde mich jetzt voll auf meinen Verein konzentrieren. Das ist ein guter Moment, um Abschied zu nehmen.Arjen Robben

Aktueller Stand in der WM-Qualifikation

23 der 32 WM-Teilnehmer stehen fest. Die letzten Plätze werden in den Qualifikationsspielen im November vergeben. Die Gruppenauslosung findet am 1. Dezember in Moskau statt.

Europa (10): Neben Gastgeber Russland haben sich Deutschland, Portugal, Spanien, England, Frankreich, Belgien, Polen, Serbien und Island qualifiziert. Die acht Gruppenzweiten ermitteln vom 9. bis 14. November in Play-off-Spielen vier weitere Teilnehmer. Bei der Auslosung am 17. Oktober in Zürich werden dabei gemäß der Weltrangliste Schweiz, Italien, Kroatien und Dänemark gesetzt. Ihnen zugelost werden Nordirland, Schweden, Irland und Griechenland.

Südamerika (4): Brasilien, Uruguay, Argentinien und Kolumbien sind für die WM qualifiziert. Der Tabellenfünfte Peru spielt gegen den Ozeanien-Sieger Neuseeland voraussichtlich am 6. und 14. November einen weiteren Teilnehmer aus.

Afrika (2): Nigeria und Ägypten haben das WM-Ticket sicher. Die drei weiteren WM-Starter ergeben sich in den letzten Gruppenspielen.

Asien (4): Iran, Südkorea, Japan und Saudi-Arabien haben sich durchgesetzt. Australien trifft als fünftbestes Team in den Play-offs auf Honduras.

Concacaf (3): Mexiko, Costa Rica und erstmals Panama haben sich fix qualifiziert. Honduras sicherte sich am letzten Spieltag noch Platz vier und damit die Teilnahme an den Play-offs gegen Australien.

Ozeanien: Neuseeland hat sich in der Ausscheidung durchgesetzt und trifft nun auf Peru. (dpa)

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