28.06.2017 - 22:28 Uhr
Sport

Armee von 6000 "Volunteers" hilft Fußball-Fans aus aller Welt beim Confed-Cup Freiwillige Wegweiser

Moskau. Es sind die kyrillischen Schriftzeichen und die Menschenmassen, die einer Gruppe Australier in Moskau beim Confederations-Cup in Russland zu schaffen machen. Einer klammert sich an seinen Stadtplan, der ihm den Weg durch die 11-Millionen- Metropole zeigen soll. Ein zweiter Australier versucht vergeblich, einen russischen Passanten nach dem Weg zum Stadion zu fragen. Es sind nur noch zwei Stunden bis zum Anpfiff. Zweimal umsteigen, in die braune Linie der Moskauer Metro, dann noch einmal violett? Wie viel kostet denn ein Metro-Ticket?

Freiwillige Helfer, "Volunteers" genannt, kümmern sich in einem kleinen Zelt in der Nähe des Bahnhofs von Kasan um Fußball-Fans. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Zwar weisen Schilder den Fußballfans die Richtung zu den Zügen, die sie in das am Stadtrand liegende Spartak-Stadion bringen. Wer sie übersieht, kann entweder auf freundliche Russen oder auf einen der zahlreichen freiwilligen Helfer hoffen. Rund 6000 Volunteers aus knapp 80 Ländern sollen gestrandete Fußballfans wieder auf Kurs bringen, Fragen in den vier Stadien in Moskau, St. Petersburg, Kasan und Sotschi beantworten und auf Englisch den schnellsten Weg durch das weit verzweigte U-Bahnnetz erklären.

"Viele fahren einfach in die falsche Richtung. Vor dem Spiel sprechen uns andauernd Fans an, die Angst haben, nicht rechtzeitig ins Stadion zu kommen", sagt die junge Moskauerin Aljona. Für sie ist es der erste Einsatz als Helferin. Doch sie könnte sich auch schon für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr qualifizieren: Sie spricht nämlich fließend Englisch.

Das ist selbst in der russischen Hauptstadt und Touristenmetropole eher ungewöhnlich, in manchen WM-Orten in der Provinz dürfte es nicht besser sein. Die freiwilligen WM-Helfer werden von der Fifa in einem monatelangen Verfahren ausgesucht. Wer beim Confed-Cup dabei war, ist 2018 nicht automatisch gesetzt. Für die WM haben sich mehr als 100 000 Menschen aus der ganzen Welt beworben, 15 000 werden dann ausgewählt.

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