Auch Lob von Athleten
Großer Dank an Südkorea

Die Snowboarder machten im Alpensia-Skisprung-Zentrum große Sprünge. Für die Wettkampfstätten gab es nicht uneingeschränktes Lob. Vor allem die Skicrosser beklagten sich. Auch die Stimmung hätte hie und da besser sein können. Die Organisation in Südkorea war aber top. Bild: Daniel Karmann/dpa

Das Thema Doping hat die Winterspiele die ganze Zeit belastet. Doch auch das anfangs kalte Wetter und die bisweilen fehlende olympische Stimmung waren Themen. Neue Stars brachten die Spiele nicht hervor. Doch die Gastgeber machten ihre Sache gut und erhielten Lob.

Pyeongchang. Südkorea hat das Triple geschafft. 30 Jahre nach den Olympischen Spielen in Seoul und 16 Jahre nach der Fußball-WM hat sich das asiatische Land erneut als Meister der Organisation präsentiert. Gegen arktischen Temperaturen und den zum Teil heftigen Winden zu Beginn der Spiele hatten die Gastgeber aber kein Mittel. Und olympische Hochstimmung vermochten sie auch nicht immer herbeizaubern.

Lob von Athleten

Viel Lob gab es vom Internationalen Olympischen Komitee und von Seiten der Athleten für die Wettkampfstätten und der Organisation der elf Milliarden Euro teuren Olympischen Winterspiele in einer abgelegenen Region. Nach anfänglichen Zweifeln stellten Athleten auch der Atmosphäre ein gutes Zeugnis aus. "Das waren meine schönsten Olympischen Spiele", sagte der mit zwei Gold und einer Bronzemedaille dekorierte Kombinierer Eric Frenzel mit der Erfahrung von zuvor schon zwei Olympia-Teilnahmen. "Es war eine rundum tolle Veranstaltung vom ersten bis zum letzten Tag. Großer Dank an die Südkoreaner, sie haben uns sehr schöne Spiele beschert."

Wer sportlich erfolgreich ist, findet leichter Gefallen an den Umständen. Da fällt in der Rückschau nicht mehr ins Gewicht, dass die Zuschauerränge etwa beim Skispringen oder im Biathlon nicht so gefüllt waren wie aus Europa gewohnt und dass es in den ersten Tagen sehr kalt und windig war. Doch nicht nur die deutsche Skeletonpilotin Anna Fernstädt erlebte "alles in allem eine coole Veranstaltung".

Deutschland gehört neben den starken Norwegern zu den Gewinnern dieser Spiele - vor allem nach den mageren Ergebnissen von Sotschi. Zu den Enttäuschten zählen die "Olympischen Athleten aus Russland", als die die 168 vom IOC ausgewählten Russen in Pyeongchang starten durften. Bei den vom Skandal um Doping-Manipulationen geprägten Spielen 2014 standen die Gastgeber noch an der Spitze des Medaillenspiegels. In Pyeongchang nun holten sie durch die 15-jährige Eiskunstläuferin Alina Sagitowa erst am drittletzten Wettkampftag ihren ersten Olympiasieg.

Abgesehen von der Doping-Diskussion, die auch Pyeongchang überschattete, stellt sich für das IOC die Frage, inwieweit sich Spiele an kleineren Orten mit wenig oder gar keiner Wintersport-Tradition durchführen lassen. "Sehr gut gemacht und abgeliefert", konstatierte IOC-Exekutivdirektor Christophe Dubi dazu bereits nach der Hälfte der Spiele.

Wieder Spiele mit Tradition

Sämtliche Ressourcen und jede Energiequelle mussten zu den Wettkampfstätten geschafft werden. Insofern verdienten die Organisatoren von Pyeongchang großen Respekt. Allerdings strebt das IOC nach den nächsten Winterspielen 2022 in Peking die Rückkehr in eine Region mit Wintersport-Tradition an.

Die bis zum Schlusswochenende währende Diskussion darüber, ob die Russen mit ihrer Fahne zur Abschlusszeremonie gehen dürfen, belastete aber die Spiele. Das Großthema Doping schwebte ohnehin mal wieder über Olympia.

Sehr gut gemacht und abgeliefert.IOC-Exekutivdirektor Christophe Dubi


Es war eine rundum tolle Veranstaltung vom ersten bis zum letzten Tag. Großer Dank an die Südkoreaner, sie haben uns sehr schöne Spiele beschert.Der Nordische Kombinierer Eric Frenzel aus Flossenbürg
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.