04.02.2018 - 22:08 Uhr
Deutschland & Welt

Aufbruch mit Hoffnung - Mehr als die 19 Medaillen von Sotschi 2014 sind das Ziel in Pyeongchang Deutsches Team hofft auf goldene Tage

Pyeongchang. Der offizielle Abschied am Münchner Flughafen soll für die deutschen Wintersportler zum Aufbruch in goldene Olympia-Tage werden. Eine Reisegruppe um Biathlon-Star Laura Dahlmeier und Ski-Ass Viktoria Rebensburg steigt am Montagnachmittag mit großen Hoffnungen in den Lufthansa-Flieger zu den Winterspielen nach Pyeongchang. "In fast allen Sportarten haben wir Erfolgsaussichten", hatte Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig schon vorab versprochen.

von Agentur DPAProfil

Die letzten Generalproben knapp eine Woche vor dem Start der olympischen Medaillenhatz in Südkorea dürfen allerdings als Warnung verstanden werden. Skispringer Richard Freitag verlor als 28. beim völlig verpatzten Heimspiel in Willingen die Führung im Gesamtweltcup an den Polen Kamil Stoch. Rebensburg beendete die beiden Abfahrten in Garmisch-Partenkirchen auf den Rängen elf und neun. Stark zeigten sich indes die Snowboardcrosser.

Gute Nachrichten gab es auch von Top-Biathlet Simon Schempp, der sich wegen seiner Rückenprobleme zuletzt beim Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in Behandlung begeben hatte. "Es geht mir schon besser als in den letzten Wochen. Wenn mit der Muskulatur wieder alles passt, bin ich recht zuversichtlich, dass ich mit einer guten Form an den Start gehe. Wofür es dann reicht, muss man sehen", sagte der Massenstart-Weltmeister.

Mehr als die 19 Medaillen von Sotschi 2014 hat sich der Deutsche Olympische Sportbund zum Ziel gesetzt. DOSB-Präsident Alfons Hörmann empfahl indes eine "Mischung aus Demut und Realismus" bei der Bewertung von Chancen und Abschneiden des Teams. Insgesamt 154 deutsche Athleten werden in Pyeongchang an den Start gehen. Eine erste Vorhut des deutschen Teams hat bereits im Olympia-Ort Quartier bezogen und trainiert auf olympischem Eis, darunter die Eisschnellläufer um Fahnenträger-Kandidatin Claudia Pechstein und die Rodler um Felix Loch.

Andere werden erst später folgen wie die Nordischen Kombinierer mit Johannes Rydzek und Eric Frenzel, die noch bis Dienstag in Oberstdorf trainieren. Das deutsche Eishockey-Team absolviert vor seinem Olympia-Comeback nach acht Jahren noch ein Kurz-Trainingslager in Füssen und bestreitet am Mittwoch einen letzten Test in der Schweiz. "Wir müssen uns als Mannschaft finden. Ich bin da positiv, wir kennen uns alle. Jeder kennt das System", sagte Top-Verteidiger Christian Ehrhoff, der neben Marcel Goc Favorit auf das Kapitänsamt ist. Nach ihrer Ankunft in Pyeongchang dürften die deutschen Sportler schnell mit den Folgen des russischen Dopingskandals konfrontiert werden.

Nach der unerwarteten Aufhebung ihrer lebenslangen Olympia-Sperren durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS könnten 13 Russen doch noch antreten, wenn das Internationale Olympische Komitee ihnen eine Einladung erteilt. "Täglich folgen neue Hiobsbotschaften für unsere Athleten - das ist mehr als bedauerlich. Es wäre fatal, wenn die Betrüger von Sotschi nun in Pyeongchang erneut an den Start gehen dürfen", sagte DOSB-Chef Hörmann.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp