18.01.2018 - 22:20 Uhr
Sport

Australian Open Coole Kerber trotzt der Hitze

Nach dem Sieg gegen Donna Vekic ist Angelique Kerber die einzig verbliebene deutsche Tennisspielerin bei den Australian Open. Jetzt geht's gegen Scharapowa. Bei den Herren gewinnt Alex Zverev ein deutsches Duell und ein Nürnberger überrascht.

Was für ein Geburtstagsgeschenk: An ihrem 30. Ehrentag zog Angelique Kerber souverän in die dritte Runde der Australian Open ein - jetzt wartet Maria Scharapowa. Bild: Andy Brownbill/dpa
von Agentur DPAProfil

Melbourne. Nach dem Geburtstagsständchen der Zuschauer im Stadion wünschte sich Angelique Kerber ein Eis zur Abkühlung, abends ein Glas Wein am Strand - und erst dann wollte sie sich mit ihrer nächsten Gegnerin Maria Scharapowa beschäftigen. "Ich weiß, was auf mich zukommt. Ich rechne mit einer starken Scharapowa", sagte die letzte verbliebene deutsche Tennisspielerin vor dem prickelndsten aller Drittrunden-Matches bei den Australian Open am Samstag.

Alexander Zverev trifft dann nach seinem Sieg im deutschen Duell mit Peter Gojowczyk auf das südkoreanische Top-Talent Chung Hyeon, und auch Maximilian Marterer ist überraschend noch dabei. Der 22 Jahre alte Nürnberger rang den Spanier Fernando Verdasco in fünf Sätzen nieder. "Das war das schönste und wichtigste Match meiner Karriere", sagte Marterer, der gegen den Amerikaner Tennys Sandgren sogar aussichtsreich in den Kampf um den Einzug ins Achtelfinale geht.

Andrea Petkovic verabschiedete sich mit einem 6:4, 0:6, 0:6 gegen Lauren Davis aus den USA. Jan-Lennard Struff verpasste beim 4:6, 4:6, 6:7 (4:7) eine Überraschung gegen Titelverteidiger Roger Federer.

Bei Temperaturen von fast 40 Grad Celsius versuchte Kerber, sich an ihrem 30. Geburtstag nicht länger als nötig auf dem Platz aufzuhalten. "Man denkt, ein Föhn bläst einem die ganze Zeit ins Gesicht, meine Schuhe haben sich so heiß angefühlt wie selten", sagte die Kielerin nach ihrem 6:4, 6:1-Erfolg gegen die Kroatin Donna Vekic. Während der Seitenwechsel packte sie sich permanent Eis-Handtücher in den Nacken, schon vormittags trank sie mehr als sonst. "Die Wettersituation war nicht so einfach, aber am Ende ist es für alle gleich", sagte Kerber vor dem achten Duell mit Scharapowa.

15 Monate war die Russin wegen Dopings gesperrt, die Branchenwertung weist sie nur noch als Nummer 48 aus. Doch alleine aufgrund ihres unerschütterlichen Selbstbewusstseins, ihres ungebrochenen Ehrgeizes und ihrer Erfolge in der Vergangenheit gilt die Australian-Open-Siegerin von 2008 und fünfmalige Grand-Slam-Gewinnerin als eine der unangenehmsten Protagonistinnen im Feld.

Mit jedem Match befreit sich die einstige Nummer eins und zweimalige Grand-Slam-Championesse mehr und mehr aus ihrer Krise. Elfmal in Serie hat sie nun nicht mehr verloren. Beim Hopman Cup gewann sie all ihre Einzel, beim WTA-Turnier in Sydney feierte sie ihren ersten Titel seit den US Open 2016. Und auch bei den Australian Open tritt sie bislang wieder so auf wie im Jahr ihres märchenhaften Aufstiegs.

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