12.09.2017 - 21:54 Uhr
Sport

Basketball Spanien einen Tick zu stark

Topfavorit Spanien hat die Medaillenträume von Dennis Schröder & Co. beendet. Die deutschen Basketballer müssen sich dem Titelverteidiger nach lange Zeit starker Leistung geschlagen geben. Für den Bundestrainer heißt es Abschied nehmen.

Dennis Schröder war mit 27 Punkten erneut bester Schütze in den Reihen des deutschen Basketballteams. Dennoch hatte Top-Favorit Spanien mit 84:72 die Nase vorn und qualifizierte sich für das Halbfinale. Den deutschen Basketballern bleibt der Trost, ein starkes Turnier gespielt zu haben. Bild: Lefteris Pitarakis/dpa
von Agentur DPAProfil

Istanbul. Mit hängendem Kopf schlich Dennis Schröder vom Feld und holte sich den verdienten Applaus vom Publikum. Trotz einer erneut glänzenden Vorstellung des NBA-Jungstars haben die deutschen Basketballer die große Sensation gegen Spanien und ihr erstes EM-Halbfinale seit 2005 verpasst. Nach langer Führung unterlag das Team des scheidenden Bundestrainers Chris Fleming dem favorisierten Titelverteidiger in der Runde der besten Acht mit 72:84 (33:34) und muss seine Medaillenträume beenden.

"Wir haben uns nichts vorzuwerfen, wir haben ein tolles Turnier gespielt. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, denn wir haben gekämpft und Herz gezeigt", sagte Kapitän Robin Benzing. "Wenn die Spanier ins Laufen kommen, ist es gegen sie einfach ganz schwer. Sie sind eine unglaublich gute Mannschaft und hier der Topfavorit auf Gold."

Schröder führte sein Team am Dienstag in Istanbul mit 27 Punkten zwar erneut als bester Werfer an, konnte aber auch die neunte Niederlage in Serie gegen die Iberer nicht verhindern. Damit ist auch die Zeit von Chris Fleming als Bundestrainer vorbei - der Coach konzentriert sich zukünftig auf seine Arbeit als Assistent beim NBA-Club Brooklyn Nets. Beim frühen deutschen EM-Aus bei der Heim-Vorrunde 2015 in Berlin hatten die Spanier schon die Karriere von Nowitzki beendet - und erwiesen sich nun auch für die nächste Generation als Partycrasher.

"Ich bin der traurigste, aber gleichzeitig auch der stolzeste Präsident. Wenn ich sehe, dass wir hier mit so einer jungen Truppe gegen solche motivierten Spanier verloren haben, dann macht das zuversichtlich und stolz für die Zukunft", sagte DBB-Präsident Ingo Weiss. "Man muss anerkennen, dass die Spanier heute besser waren."

Nachdem Schröder & Co. nach starkem Beginn Mitte des dritten Viertels noch vorne lagen, drehte NBA-Center Marc Gasol auf und dominierte mit 28 Zählern. Zuletzt stand die Auswahl des Deutschen Basketball Bunds 2005 mit Superstar Dirk Nowitzki unter den besten vier Teams Europas und holte Silber. Die Spanier dürfen auf ihren vierten EM-Titel seit 2009 hoffen.

Wir haben uns nichts vorzuwerfen, wir haben ein tolles Turnier gespielt. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, denn wir haben gekämpft und Herz gezeigt.Kapitän Robert Benzing
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