26.03.2018 - 22:16 Uhr
Deutschland & Welt

Bayern-Boss greift DFL und St. Pauli an Rummenigges Rundumschlag

Frankfurt. Wenn sich die Fußball-Bundesliga nicht für Investoren öffnet, wird sie international immer mehr den Anschluss verlieren und national weiter langweilig bleiben. Das sind die Kernthesen eines vierseitigen Interviews, das Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge dem Fachmagazin "Kicker" gegeben und das er dazu noch mit Attacken gegen die Deutsche Fußball-Liga ("Ich habe mich geistig ein Stück von der DFL verabschiedet") und den FC St. Pauli ("Ein mäßiger Zweitligist") angereichert hat.

"Wir vom FC Bayern sind an Emotionen und Wettbewerb interessiert." Zitat: Karl-Heinz Rummenigge
von Agentur DPAProfil

Ausgerechnet Rummenigge will damit der Liga erklären, wie sie an der erdrückenden Dominanz des FC Bayern wieder etwas ändern könnte. Denn er betont vor allem zwei Dinge: "Wir vom FC Bayern sind an Emotionen und Wettbewerb interessiert", sagte der 62-Jährige. "Und Wettbewerb heißt, was wir in der Vergangenheit oft erlebt haben: In den Anfängen der Liga mit Mönchengladbach, später mit Hamburg oder Bremen, in den vergangenen Jahren mit dem BVB. Das ist es, was der Fußballfan in Deutschland will."

Und der zweite Punkt, den der Fußballfan in Deutschland mehrheitlich allerdings anders sieht: Investoren sind laut Rummenigge keine Gefahr für den Fußball, sondern machen ihn seiner Meinung nach eher besser. "Wer war Chelsea vor Roman Abramowitsch? Wer war Manchester City, bevor der Scheich aus Abu Dhabi kam? Wer war Paris Saint-Germain vor Nasser Al-Khelaifi?", sagte der Bayern-Boss und langjährige Vorsitzende der europäischen Club-Vereinigung ECA. "Sorry, aber mit diesen Investoren kam neue Qualität in diese Clubs, die heute nicht aus Zufall unter den Top Ten des Uefa-Club-Rankings stehen. Mehr Qualität bedeutet mehr sportliche Spannung und besseren Fußball." Das Rummenigge-Interview ist ein weiterer Beitrag zu der Diskussion über die 50+1-Regel im deutschen Profifußball. Die begrenzt den Einfluss externer Geldgeber auf die Vereine der 1. und 2. Bundesliga. Auf Antrag des FC St. Pauli und seines Geschäftsführers Andreas Rettig hat eine Mehrheit der Erst- und Zweitliga-Clubs in der vergangenen Woche eine Beibehaltung der 50+1-Regel beschlossen.

Im Gespräch mit dem "Kicker" verweist Rummenigge darauf, dass die vier konzern- beziehungsweise mäzen-gelenkten Clubs RB Leipzig, VfL Wolfsburg, 1899 Hoffenheim und Bayer Leverkusen die 50+1-Regel bereits erfolgreich umgehen oder eine Ausnahmegenehmigung davon besitzen. Seine Schlussfolgerung ist auch hier: "Bei nüchterner Betrachtung war das gut und hilfreich für die Bundesliga."

Wir vom FC Bayern sind an Emotionen und Wettbewerb interessiert.Karl-Heinz Rummenigge
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