02.09.2014 - 00:00 Uhr
Sport

Berlin und Hamburg stellen ihre Olympiakonzepte vor - 2024 Kollision mit Fußball-EM möglich Die Sehnsucht nach den Ringen

Der Zweikampf kann beginnen: Mit großem Optimismus haben Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und sein Hamburger Kollege Olaf Scholz (beide SPD) am Montag die höchst unterschiedlichen Konzepte ihrer Städte für eine mögliche Olympia-Bewerbung um die Spiele 2024 oder 2028 präsentiert. Berlin setzt auf Nachhaltigkeit und den Hauptstadt-Bonus, die Hansestadt auf eine kompaktes Sportstättenkonzept.

Toni Kroos (rechts) im Kopfballduell: Die spanische Presse bemängelt sein schlechtes Defensivverhalten. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

Der deutsche Sport reagierte erfreut auf die kollektive Begeisterung, will sich aber nicht unter Druck setzen lassen. Die Rahmenbedingungen der Kandidaten müssten nun detailliert geprüft werden, erklärte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Mit einer Entscheidung, wann und mit welcher Stadt sich Deutschland beim Internationalen Olympischen Komitee um Olympia bewerben will, ist wohl erst 2015 zu rechnen.

Kein Supersportsommer

Dabei müsse auch eine mögliche Bewerbung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) um die EM 2024 berücksichtigt werden, sagte Hörmann. Der DFB hat sein Interesse an einer EM-Ausrichtung in zehn Jahren bereits klar signalisiert. Ein deutscher Supersportsommer 2024 mit gleich zwei internationalen Großereignissen scheint nur schwer vorstellbar.

Trotzdem ist eine deutsche Kandidatur für die Spiele 2024 als möglicher Testlauf für eine wesentlich aussichtsreichere Bewerbung um die Spiele 2028 nicht auszuschließen.

Entscheidung in 2017

Eine erste Analyse der Konzeptionen von Berlin und Hamburg ist für die DOSB-Präsidiumssitzung am 11. September in Berlin angesetzt. "Am Ende des nun folgenden Diskussionsprozesses ist zu entscheiden, ob wir uns mit Berlin oder Hamburg und gegebenenfalls zu welchem Zeitpunkt um Olympische Spiele bewerben", sagte Hörmann. DOSB-Generaldirektor Michael Vesper sagte, eine deutsche Kandidatur für 2024 müsse erst im Herbst 2015 beim IOC eingereicht werden. Im Sommer 2017 wählt die IOC-Session den Ausrichter der Spiele 2024. "Berlin kann Olympia", tönte Wowereit, der am 11. Dezember aus dem Amt scheidet. "Ich bin zutiefst überzeugt, dass man international mit Berlin viel, viel bessere Chancen hätte, vom IOC die Spiele zu bekommen als mit irgendeiner anderen Stadt." Die Zustimmungsrate der Bevölkerung liegt laut Forsa-Umfrage aber nur bei 52 Prozent. Gemeinsam mit Innensenator Frank Henkel (CDU) analysierte Wowereit im Roten Rathaus die Antworten auf die 13 Fragen des DOSB. 15 bereits existierende Sportstätten sollen für Olympia genutzt werden. Auch in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen sollen Wettkämpfe ausgetragen werden. Der Senat der Hauptstadt, die 1936 schon einmal Olympia-Gastgeber war, will mit einem dezentralen Plan, größtmöglicher Nachhaltigkeit und Bürgernähe punkten.

Hamburg baut dagegen auf ein kompaktes Konzept mit der Elbinsel Kleiner Grasbrook als Zentrum. Neben dem Olympiastadion, einer Multifunktionsarena und Schwimmhalle soll dort auch das olympische Dorf entstehen. Die meisten Sportstätten befinden sich vom Olympiastadion aus in einem Radius von zehn Kilometern. Auch das Umland soll miteinbezogen werden: Handball in Kiel und Flensburg, Reiten in Luhmühlen, Golf auf Gut Kaden, Segeln auf der Ost- oder Nordsee.

Die Kosten für die beiden Bewerbungen werden auf jeweils 50 Millionen Euro geschätzt, allein der Sportstättenbau soll in beiden Fällen knapp zwei Milliarden Euro verschlingen. Die Olympia-Gegner kritisieren diese Zahlen als unrealistisch und Augenwischerei. "Das sind natürlich nicht alle Kosten, die entstehen", räumte Wowereit ein. "Die Gesamtkosten sind noch nicht zu beziffern."

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