Bestechungsvorwurf gegen Nasser al-Khelaifi
PSG-Scheich im Visier

Noch vor wenigen Wochen sonnte sich Nasser al-Khelaifi im Glanz des 3:0-Sieges von PSG gegen die Bayern, nun könnte es für den katarischen Geschäftsmann ungemütlich werden. In seiner Rolle als Chef einer Sportrechtefirma wird ihm Bestechung vorgeworfen.

Bern. Im Fifa-Korruptionsskandal ist einer der größten Global Player des Fußballs ins Visier der Behörden gerückt. Gegen Nasser al-Khelaifi, der im Sommer Superstar Neymar für die Rekordablöse von 222 Millionen Euro zu Paris Saint-Germain gelotst hat, ist in der weltweiten Affäre ein Strafverfahren unter anderem wegen des Verdachts der Bestechung eingeleitet worden. Das teilte die Schweizer Bundesanwaltschaft mit.

Die Vorwürfe richten sich gegen den katarischen Geschäftsmann in dessen Rolle als Geschäftsführer der Sportrechtefirma BeIN Media Group. Demnach bestehe der Verdacht, dass der inzwischen für zehn Jahre gesperrte Ex-Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke im Zusammenhang mit der Vergabe von Medienrechten für die Weltmeisterschaften von 2026 und 2030 "nicht gebührende Vorteile" vom PSG-Präsidenten angenommen habe, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte. BEiN Media wies am Abend alle Anschuldigungen der zurück. "Das Unternehmen wird mit den Behörden voll kooperieren und ist zuversichtlich für die weitere Entwicklung dieser Untersuchung."

Die Fifa legte am Donnerstag in einer Stellungnahme eine Liste von Vereinbarungen über die Medienrechte für 2026 und 2030 vor. Demnach hat BeIN die Lizenzen für 24 Länder in Nordafrika, im Nahen Osten und am Persischen Golf inne. Insgesamt führt die Behörde "im Fußball-Untersuchungskomplex" 25 Strafverfahren.

Schlüsselfigur der im März eingeleiten Untersuchungen ist Valcke, gegen den bei der BA ein weiteres Strafverfahren anhängig ist und der am Donnerstag verhört wurde. Dabei war es um Unregelmäßigkeiten beim Verkauf von WM-Tickets und Übertragungsrechten gegangen. In dem neuen Fall ist neben al-Khelaifi auch ein weiterer namentlich nicht genannter Geschäftsmann betroffen. Konkret ermittelt die Schweizer Behörde neben dem Verdacht der Bestechung noch wegen Betrugs, der ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie der Urkundenfälschung. In diesem Zusammenhang war es in Kooperation mit den Behörden in Frankreich, Griechenland, Italien und Spanien zu Hausdurchsuchungen gekommen. So wurden am Donnerstag die Pariser Büros des TV-Senders BeIN Sports France durchsucht.

Die Ermittler sind offenbar auf genügend Material gestoßen, um ein Strafverfahren zu eröffnen. Dies dürfte ein schwerer Schlag für al-Khelaifi sein. Schließlich ist der Unternehmer gerade dabei, PSG als Weltmarke im Fußball zu etablieren.
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