23.02.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Biathleten schließen Staffel mit Bronze ab "Hauptsache eine Medaille"

Gold sollte es nun endlich sein. Doch wieder haben die deutschen Biathleten die olympische Krönung verpasst. Das Quartett leistete sich zu viele Schießfehler - am Ende freuten sie sich über Bronze. Den historisch ersten Staffelsieg holt sich Schweden.

Da freute sich das ganze Team mit den vier "Bronzenen": (vorne von rechts) Simon Schempp, Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Erik Lesser. Bild: Michael Kappeler/dpa
von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Der Traum von Olympia-Gold erfüllte sich zwar nicht, trotzdem hüpften die deutschen Biathleten nach dem dramatischen Staffelrennen freudig auf das Podest. Mit Bronze feierte das Quartett in der Besetzung Erik Lesser, Benedikt Doll, Arnd Peiffer und Simon Schempp am Freitag in Pyeongchang zumindest einen versöhnlichen Abschluss bei den Winterspielen. "Es hat nicht zu 100 Prozent hingehauen. Schlussendlich können wir sagen: Hauptsache eine Medaille. Damit sind wir super zufrieden", sagte Schlussläufer Schempp. Sensationssieger Schweden und Norwegen waren im letzten Olympia-Rennen in Südkorea nicht zu schlagen.

Zwischenzeitlich auf Goldkurs, dann raus aus den Medaillen, später Silber im Blick - und am Ende die Medaille abgesichert. Schempp & Co. erlebten ein nervenaufreibendes Auf und Ab. Beim letzten Schießen hatte der Uhinger Schempp noch die Chance auf Rang zwei. Nach einer Strafrunde war er jedoch chancenlos und kam ganze 2:07,1 Minuten hinter Schweden ins Ziel.

Der deutsche Trainer Wolfgang Pichler feierte mit Schweden hingegen den größten Erfolg seiner Karriere. "Eine Männer-Staffel bei Olympia zu gewinnen, das ist was Großes", sagte der 63 Jahre alte Ruhpoldinger und wurde von Schwedens König Carl Gustaf umarmt: "Der ist überaus zufrieden", sagte Pichler.

Bundestrainer Mark Kirchner genoss die vierte Olympia-Medaille seines Männer-Teams gewohnt still. Aber drei Strafrunden und zehn Nachlader waren einfach zu viel, um den avisierten ersten Staffelsieg seit zwölf Jahren einzufahren. Kirchner war nach dem Fehlschuss-Festival bei erneut schwierigen Windbedingungen, in dem einzig die Schweden ohne Extrarunde blieben, "heilfroh, dass es für eine Medaille gereicht hat". Die DSV-Skijäger feierten die erhoffte Medaille, nachdem es zuvor in der Damen-Staffel mit Platz acht und Rang vier in der dramatischen Mixed-Staffel herbe Enttäuschungen gegeben hatte. "Es war ein Wechselbad der Gefühle. Ich bin glücklich, dass ich endlich die Medaille habe", sagte Lesser. Damit beenden die Biathleten die Wettbewerbe als erfolgreichste Nation mit insgesamt sieben Medaillen. Es gab dreimal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze.

"Wir wollen Gold", hatte Lesser vor dem finalen Rennen ganz offensiv als Ziel ausgegeben. Und vier Jahre nach Silber in Sotschi, als Schempp im Schlussspurt gegen den Russen Anton Schipulin knapp verlor, startete Deutschland stark. Ohne die wegen des Dopingskandals erstmals bei einer Olympia-Staffel fehlenden Russen brachte Lesser sein Team mit 18,4 Sekunden in Front. Doch dann patzte Doll. Nachdem Peiffer die Staffel wieder herangebracht hatte, hatte auch Schempp große Probleme. Doch es reichte trotzdem zu Bronze.

Es hat nicht zu 100 Prozent hingehauen.Der deutsche Schlussläufer Simon Schempp
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