Biathlon
Es droht der größte Doping-Skandal

Salzburg. Zwei Tage vor Heiligabend könnte der größte Doping-Skandal der Biathlon-Geschichte bittere Realität werden. Einen TV-Boykott wie einst bei der Tour de France müssen die deutschen Fernsehzuschauer allerdings nicht befürchten. "Die Frage stellt sich derzeit nicht", sagt ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. "Dass derzeit 31 russische Biathleten im Verdacht stehen, gedopt zu haben, ist sehr traurig, mit der damaligen Situation im Radsport jedoch nicht vergleichbar."

Schon am Donnerstag trifft sich der Vorstand des Weltverbandes und könnte Konsequenzen ziehen. Vor der Sitzung hat der russische Verband seine Kooperationsbereitschaft betont. Doch schon jetzt ist der Imageschaden enorm. "Es gibt an Stammtischen viele, die sagen, ohne Doping kann man gar nicht vorn sein", sagt Ex-Weltmeister Arnd Peiffer, der wie viele andere Skijäger lebenslange Sperren für Dopingsünder fordert.

Branchenführer Martin Fourcade aus Frankreich hat seine Kollegen gar zum Boykott aufgerufen, sollten die Funktionäre nicht hart durchgreifen. "Es schockiert natürlich schon, dass so eine unfassbar große Zahl an Sportlern betroffen sein soll", sagt Laura Dahlmeier. Immer wieder hat Russlands Trainer Ricco Groß seinen Athleten klargemacht: "Wer betrügt, der fliegt."
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