Biathlon in Östersund
Turbo-Start von Dahlmeier

Laura Dahlmeier ist schon top in Form: In Östersund gewann sie das Einzelrennen. Bild: dpa

Die neue deutsche Biathlon-Hoffnung Laura Dahlmeier hat gleich zum Saisonbeginn das erste Weltcup-Rennen gewonnen. Auch wenn der Winter noch lang ist - die junge Garmischerin ist nun eine Kandidatin auf den Gesamtsieg.

Östersund. Nach ihrem Sturmlauf ins Gelbe Trikot konnte Laura Dahlmeier ihr Glück kaum fassen. "Das Gelbe Trikot ist etwas, da träume ich seit Kindertagen davon, dass ich es irgendwann mal auch nur einen Tag tragen darf. Das ist ein ganz großer Moment für mich", sagte die beste deutsche Biathletin, die in eindrucksvoller Manier dem tückischen Wind im schwedischen Östersund trotzte und am Mittwochabend das erste Weltcup-Einzelrennen der Saison gewann.

Mit dem Sieg im Klassiker über 15 Kilometer beendete Dahlmeier eine über viereinhalbjährige Durststrecke und ist die erste deutsche Skijägerin im Gelben Trikot der Weltcup-Gesamtführenden seit Magdalena Neuner am 18. März 2012. "Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Es ist der Wahnsinn", jubelte Dahlmeier nach ihrem achten Weltcuperfolg und ihrem ersten Sieg im Einzel überhaupt.

Acht Monate nach ihrer Wahnsinns-WM in Oslo mit Gold und insgesamt fünf Medaillen machte Dahlmeier den nächsten Schritt in ihrer bisher tollen Karriere. Zudem bescherte sie den Damen von Bundestrainer Gerald Hönig den besten Saisoneinstand seit dem 29. November 2007. Da hatte Martina Glagow als letzte Deutsche das Saisonauftakt-rennen gewonnen. "So einen Einstieg kann man sich als Team nur wünschen. Laura gehört momentan zu den komplettesten Biathletinnen", sagte Hönig.

Im für seine berüchtigten Winde bekannten Östersund-Skistadion behielt Dahlmeier bei der Windlotterie vor allem beim finalen Schießen die Nerven und kam mit nur einem Fehler durch. "Die Bedingungen waren sehr schwierig und ich habe um jeden Treffer gekämpft. Nach dem Fehler dachte ich, das war es mit dem Sieg, aber es hat gereicht", sagte Dahlmeier, die zudem die beste Laufzeit ablieferte. Am Ende hatte sie nach zwei Strafminuten 15,9 Sekunden Vorsprung vor der Französin Anais Bescond (1 Fehler). Dritte wurde die als einzige fehlerfrei gebliebene Weißrussin Darja Jurkewitsch (+ 1:17,3 Minuten). Das tolle deutsche Ergebnis rundeten Franziska Preuß als Vierte und Vanessa Hinz als Zehnte ab.
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