19.02.2018 - 21:26 Uhr
Deutschland & Welt

Biathlon Kirchner der Mann hinter dem Erfolg

Seit Mark Kirchner am Schießstand steht, sind die deutschen Biathlon-Männer wieder erfolgreich. Nach der Nullnummer 2010 ist der Erfolg zurück. Mit der Mixed-Staffel soll die Serie fortgesetzt werden.

Er ist der Macher hinter den deutschen Medaillen-Siegern. Mark Kirchner steht als Trainer bei jedem Biathlon-Rennen an der Seite und fiebert mit seinen Jungs mit. In Pyeongchang ließen ihn seine Schützlinge bislang drei Mal jubeln. Zuletzt Simon Schempp (oben) mit dem Gewinn der Silbermedaille im Massenstart. Bild: Hendrik Schmidt/dpa
von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Seine alte Pelz-Mütze wird Mark Kirchner auch am Dienstag wieder aufsetzen. Dann geht es zum zweiten Mal in der Olympia-Geschichte um Medaillen für die Mixed-Staffel - und die Sotschi-Kappe hat seinen vier Biathlon-Weltmeistern in Pyeongchang schon dreimal Glück gebracht. Gold, Silber und Bronze durch Arnd Peiffer, Simon Schempp und Benedikt Doll in den vier Einzelrennen bei den Winterspielen.

Wer von den vier läuft, entscheidet sich erst am Dienstagvormittag, wenn kurz vor dem Rennen die Aufstellung bekanntgegeben wird. Klar ist nur, dass Schempp Schlussläufer ist. Damit bleibt der Start von Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier offen.

"Wir gehören sicher mit zum Favoritenkreis.", sagte Schempp, der am Montagabend seine Silbermedaille vom Massenstart in Empfang nahm. "Es war sehr schön. Da wird man für viele Mühen und Entbehrungen und harte Arbeit belohnt. Das ist schon ein emotionaler Moment", sagte der 29-Jährige.

Der Massenstart-Vierte Erik Lesser postete wenige Stunden nach dem Krimi auf Facebook: "Jeder in unserem Team ist nun Einzel-Weltmeister und im Besitz einer Olympia-Einzel-Medaille." Statt sich zu ärgern, freute sich der zweimalige Olympia-Zweite von Sotschi vor allem mit Schempp. Schon nach dem Peiffer-Gold war Lesser in die Offensive gegangen: "Phänomenal für uns, dass das Team D nicht unbedingt für Team Laura Dahlmeier steht, sondern doch für Team Deutschland."

Dabei wäre "Team K" besser gewesen - Team Kirchner. Denn der zweimalige Sprint-Olympiasieger hat am Stützpunkt in Oberhof zusammen mit seinem Assistenten Andreas Stitzl in Ruhpolding eine Mannschaft geformt, die diesen Namen auch verdient.

Kirchner pflegt ein sehr enges Verhältnis zu seinen Athleten. Bei großen Erfolgen wird der sonst eher ruhige Kirchner emotional. Immer stellt er sich vor sein Team, vor "die Truppe", wie er gerne sagt. Als vor Olympia die Siege ausblieben, "da gab es ja schon die eine oder andere kritische Stimme", sagte Kirchner am Montag.

Nach der Biathlon-Pleite der Männer bei den Winterspielen 2010 wurde Frank Ullrich durch seinen bisherigen Assistenten abgelöst. Kirchner, den sie in seiner aktiven Zeit wegen seiner Qualitäten im Sprint den Außerirdischen nannten, hat zusammen mit Stitzl ganze Arbeit geleistet.

Die so hoch komplizierte Trainingsarbeit mündet in eine einfache Formel: "Wenn man mit Medaillen dekoriert nach Hause fährt, weiß man, dass man was kann und sich nicht verstecken braucht", sagt Kirchner und glaubt, dass seine Weltmeister bis Peking weitermachen werden. "Ich gehe mal davon aus, dass die Jungs noch mal vier Jahre in Angriff nehmen wollen. Und wenn sie mich brauchen, mache ich noch ein bisschen mit."

Wenn man mit Medaillen dekoriert nach Hause fährt, weiß man, dass man was kann und sich nicht verstecken braucht.Mark Kirchner, Trainer der deutschen Biathlon-Männer

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