19.04.2004 - 00:00 Uhr
Sport

Blue Devils gewinnen in Crimmitschau verdient mit 5:2 - Goalie Haider in toller Form "Dreier-Pack" bringt Entscheidung

von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Die Blue Devils haben am Freitagabend im vierten Abstiegsrunden-Auswärtsspiel den dritten Sieg gefeiert. Nach Heilbronn (3:2) und Kaufbeuren (3:2) gelang beim ETC Crimmitschau ein verdienter 5:2 (0:0, 4:1, 1:1)-Erfolg. Spielentscheidend war ein "Dreier-Pack" Mitte des zweiten Drittels.

Ganz nebenbei haben die Blue Devils mit diesem Erfolg die Tabellenführung übernommen. Nicht nur deshalb war Trainer Leos Sulak glücklich. "Ich habe der Mannschaft vor dem Match gesagt: Wenn wir das erste Drittel überstehen, können wir gewinnen. Das ist uns gelungen, wobei wir uns schon bei Reinhard Haider bedanken müssen. Nach der klaren Führung haben wir den Sieg dann clever nach Hause geschaukelt."

In diesem bedeutungslosen Match - beide Teams haben den Klassenerhalt längst in der Tasche - mussten beide Mannschaften wichtige Abwehrspieler ersetzen. Bei Crimmitschau fehlten Joel Dezainde (verletzt) und Andreas Felsch (gesperrt), Weiden hatte den Ausfall von Jason Mansoff zu beklagen. Für den Kanadier kam der Amerikaner Jeremy Garrison zum Einsatz.

An seinem Vorhaben, mit vier Reihen zu agieren und allen Spielern Eiszeit zu geben, hielt Sulak fest. Christian Kinateder musste wieder einmal seine Allrounder-Qualitäten beweisen. Der Kapitän, in den letzten Wochen Center des dritten Sturms, wechselte in die Abwehr und verteidigte zusammen mit Benedikt Schopper. Garrison übernahm Kinateders Part in Block drei.

Obwohl es um nichts mehr ging, wurde schnell deutlich, dass es sich bei diesem "Fast-Derby" um ein Prestige-Duell handelt. Beide Teams schenkten sich nichts, lieferten sich ein temporeiches und sehr intensiv geführtes Match. Die erste gute Chance hatte Conny Strömberg schon nach 20 Sekunden, doch danach diktierten die Sachsen das Geschehen. Mehrfach brannte es vor dem Weidener Kasten lichterloh, doch der starke Reinhard Haider hielt das "Zu-Null" fest.

Weidener Angriffsaktionen waren lange Zeit Mangelware. Erst in der 9. Minute feuerte Alexander Herbst in Überzahl einen gefährlichen Distanzschuss ab und in der 13. Minute verzog Dustin Whitecotton aus kurzer Distanz knapp. Gegen Ende des Drittels wurde die Partie ausgeglichen und in der Schlussminute hatten zwei Mal Whitecotton und Michal Piskor dicke Möglichkeiten zur Führung.

Auch nach Wiederbeginn lieferten sich beide Teams einen offensiven Schlagabtausch. Beide Torhüter - Radek Toth (Crimmitschau) und Reinhard Haider (Weiden) konnten sich mehrfach auszeichnen. Die größte Tat vollbrachte Haider in der 24. Minute mit einem Super-Reflex gegen den frei auf ihn zulaufenden Christian Mayr. Und dann fielen endlich auch Tore - für Weiden und das gleich im "Dreier-Pack" innerhalb von 55 Sekunden. Zunächst staubte Christopher Oravec aus kurzer Distanz ab (29.), dann vollstreckte der gleiche Akteur nach einer schönen Einzelaktion (30.) und schließlich traf Jan Penk mit einem Distanzschuss zum 0:3 (30.).

Dann brannten in dem bis dahin fairen Match einigen Akteuren die Sicherungen durch. Norbert Gerber und der Crimmitschauer Christian Mayr lieferten sich einen Faustkampf in "Tyson-Manier". Gerber war klarer Punktsieger, die Strafe - Fünfminuten- plus Spieldauer - war für beide Sünder die gleiche. In der anschließend aufgeheizten Atmosphäre nahmen die Nickligkeiten auf beiden Seiten zu. In der 39. Minute schlug Tomasz Mieszkowski den Weidener Florian Mayer ins Gesicht und marschierte ebenfalls vorzeitig in die Kabine. Dazwischen hatte Milan Blaha in Überzahl noch das 0:4 (35.) markiert. Der fünfte Treffer von Conny Strömberg (37.) wurde nicht anerkannt, weil die Blue Devils sechs Mann auf dem Eis hatten. Das 1:4 durch Michael Maaß in der 40. Minute war nur ein Schönheitsfehler.

Zu Beginn des Schlussdrittels verpassten die Blue Devils in doppelter Überzahl (zwei Minuten lang) die endgültige Entscheidung. Die Strafe folgte auf dem Fuß, als Ralf Stärk auf 2:4 (45.) verkürzte. Doch Crimmitschau blieb weiter disziplinlos und die nächste 5:3-Überzahl nutzten die Blue Devils aus: Dustin Whitecotton fälschte einen Weitschuss von Christian Kinateder unhaltbar ab (47.). Die letzten 13 Minuten spielten die Gäste ganz clever runter, der verdiente Sieg geriet nicht mehr in Gefahr.

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