Boris Becker lenkt sich in Wimbledon als TV-Experte von Pleite-Gerüchten ab
Bum, bum, bankrott?

Kein Tag vergeht ohne neue Meldungen zur finanziellen Situation Boris Beckers. Bild: dpa

London. Boris Becker scherzte mit der britischen Tennisgröße Tim Henman und analysierte fachkundig den Auftritt des zweimaligen Wimbledon-Champions Rafael Nadal. "Wir wollten alle sehen, wie Nadal auf Rasen spielt. Was ich bislang gesehen habe, wirkt er stark, selbstbewusst, hungrig", sagte Becker (49) im TV-Sender BBC. Er plauderte noch über den Kampfgeist des Spaniers, über Roger Federer, Andy Murray oder seinen früheren Schützling Novak Djokovic. Becker trug einen hellen Sommeranzug, den oberen Knopf des blauen Hemdes hatte er geöffnet.

Becker wirkte aufgeräumt und gut gelaunt, als er in Wimbledon seiner Rolle als Experte nachging. Unbequeme Fragen musste er nicht beantworten, lästige Schlagzeilen aus der Heimat nicht kommentieren. Am Freitag ist es 32 Jahre her, dass der damals 17-Jährige aus Leimen das bedeutendste Tennisturnier des Planeten gewann.

Nur über Tennis reden

Und auch jetzt, in diesen etwas merkwürdig anmutenden Sommertagen 2017, fühlt sich Becker hier offenkundig wohl. In seinem Wohnzimmer, wie es immer so schön heißt. Die Zuschauer schauen interessiert hoch, wenn Becker mit seinem schweren Gang nach einer Hüftoperation und Problemen am Sprunggelenk vorbeiläuft. Mal lächelt er freundlich zurück, mal winkt er kurz in die Menge. Nur reden will Becker im Moment nicht. Zumindest nicht öffentlich über Dinge, die nichts mit Tennis zu tun haben. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte er: "Ich bin weder zahlungsunfähig noch pleite."

Sein Anwalt wies am Dienstag eine neue Millionenforderung gegen die frühere Nummer eins der Welt zurück. Es handle sich um den untauglichen Versuch, "über öffentlichen Druck eine nicht berechtigte Forderung" gegen Becker durchzusetzen, hieß es in einem Statement des Becker-Anwalts Christian-Oliver Moser. Zuvor hatte eine Schweizer Anwaltskanzlei eine entsprechende Pressemitteilung verbreitet.

Demnach macht ein ehemaliger Geschäftspartner eine Forderung in Höhe von 40 Millionen Schweizer Franken (rund 36,5 Millionen Euro) geltend. Knapp zwei Wochen zuvor hatte Becker über zwei deutsche Anwälte Medienberichte dementiert, wonach er pleite sei. Ein Gericht in London hatte den dreimaligen Wimbledon-Sieger in einer bestimmten Forderungsangelegenheit für zahlungsunfähig erklärt. "Das Verfahren betrifft ein Darlehen, das Herr Becker binnen eines Monats in voller Höhe zurückgezahlt hätte", erklärte einer seiner damaligen Anwälte. Doch zuletzt verging kaum ein Tag, an dem nicht neue Schlagzeilen erschienen.

Kein Thema auf der Insel

Via Twitter wehrte sich Becker noch am Mittwoch gegen einen Bericht, der "keine Fakten" enthalte, und Meldungen über ein angeblich abgeschlepptes Luxusauto. Er ließ durch die sozialen Netzwerke die Öffentlichkeit wissen, dass er einen schönen Abend mit seiner Frau verbringe und stolz auf seine Kinder sei. Wie selbstverständlich kommt er morgens auf die Anlage und geht seiner Arbeit als TV-Experte nach.

Und auch die britischen Medien scheinen sich für die Vorgänge in Deutschland nicht so recht zu interessieren. Die "Times" widmete dem Thema am Donnerstag eine knappe Meldung auf ihrer Nachrichtenseite. In den Sportteilen kein Wort über Boris Becker.
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