Borussia Dortmund geht mit Respekt, aber ohne Angst ins Rückspiel bei Real Madrid
Klopp rechnet mit Sturmlauf

Nach dem 4:1-Hinspielsieg durch den Viererpack von Robert Lewandowski (rechts), der hier vor Pepe zum Kopfball kommt, geht Borussia Dortmund heute mit einer glänzenden Ausgangsposition ins Rückspiel bei Real Madrid. Bild: dpa

Kapitän Sebastian Kehl erwartet eine "heiße Schlacht", Nationalverteidiger Mats Hummels "einen Orkan, der über uns hinwegfegen wird". Mit reichlich Respekt, aber frischem Mut gehen die Dortmunder Profis ins Halbfinal-Rückspiel in der Champions-League am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) bei Real Madrid.

Nach dem spektakulären 4:1 im ersten Duell mit dem spanischen Starensemble liegt das Endspiel in Wembley-Stadion zum Greifen nahe. Trainer Jürgen Klopp versprach bedingungslosen Einsatz: " Die ganze Welt wird sehen, dass Borussia Dortmund mit aller Macht ins Finale will."

Trotz des 4:1-Sieges im Hinspiel wähnt sich der Trainer noch lange nicht im Finale. "Real glaubt noch immer ans Weiterkommen. Deshalb wird hier von der ersten Sekunde an die Post abgehen", warnte der Coach am Montagabend im regnerischen Bernabeu. Doch auch seine Mannschaft sei voller Tatendrang: "Wir sind kein normaler Halbfinalist. Und so werden wir uns auch verhalten. Wie Leute, die seit ihrer Kindheit von einem Halbfinale in der Champions-League geträumt haben."

Nach der Schmach von Dortmund mit dem Viererpack von BVB-Angreifer Robert Lewandowski brennen die "Königlichen" auf Revanche. Schon mit einem 3:0 könnten sie verhindern, dass es zu einem deutschen Finale zwischen dem BVB und dem FC Bayern kommt, der einen Tag später mit einem 4:0-Polster in Barcelona antritt. Trotz des von Real-Coach José Mourinho angedrohten Sturmlaufs seines Teams wollen die Borussen im altehrwürdigen Bernabeu nicht nur den komfortablen Vorsprung verteidigen. "Es macht keinen Sinn, sich zu verstecken", sagte Torhüter Roman Weidenfeller.

2:2 im Gruppenspiel

Das Selbstvertrauen kommt nicht von ungefähr. Schließlich schlug sich die Borussia schon im Gruppenspiel Anfang November an gleicher Stätte prächtig. Nur der Freistoß-Treffer von Kunstschütze Mesut Özil eine Minute vor dem Anpfiff zum 2:2 verhinderte einen Dortmunder Sieg. Darüber hinaus ist der BVB als einziger Halbfinalist im Wettbewerb noch ungeschlagen. Nicht zuletzt deshalb sieht Routinier Kehl bei aller Wertschätzung für den hochdekorierten Gegner keinen Grund zum Understatement: "Ich würde unsere Final-Chance auf 60 Prozent beziffern."

Die verlockende Aussicht auf den ersten Finaleinzug seit dem Champions-League-Triumph im Jahr 1997 schärft die Sinne. Daran können auch die negativen Begleiterscheinungen nichts ändern, die durch den im Sommer anstehenden Transfer von Mario Götze zu den Bayern und die anhaltenden Spekulationen über die Zukunft von Lewandowski entstanden sind. Die Reaktion seines Teams in den vergangenen beiden Spielen gegen Madrid und in Düsseldorf (2:1) stimmen Klopp auch für das Rückspiel in der spanischen Hauptstadt hoffnungsvoll.
Gleich zehn Profis, die bei der Gala in der Vorwoche dabei waren, wurden am Samstag bei Fortuna Düsseldorf geschont. Zur Freude von Klopp haben Götze und Ilkay Gündogan ihre leichten Blessuren offenbar überwunden. Größtes Sorgenkind bleibt Lukasz Piszczek, dessen Adduktoren Probleme bereiten. Über den Einsatz des Gegenspielers von Tor-Titan Cristiano Ronaldo, der nach Muskelbeschwerden wieder das Training aufgenommen hat, soll kurzfristig entschieden werden.
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