28.03.2018 - 21:56 Uhr
Deutschland & Welt

Brasilien-Test liefert letzte Erkenntnisse für WM-Kader-Nominierung Löw wird zum Puzzle-Spieler

Berlin. Mit Reus? Ohne Götze? Gomez oder Wagner? Packt's Käpt'n Neuer noch? Joachim Löw verließ das Berliner Olympiastadion nach dem 0:1 gegen Brasilien wieder etwas schlauer, aber auch mit etlichen offenen Personalfragen für die Fußball-WM. Antworten muss der Bundestrainer am 15. Mai bei der Bekanntgabe des vorläufigen Kaders für die Titelverteidigung in Russland geben.

Wird Marco Reus (links) zur WM wieder richtig fit? Bundestrainer Joachim Löw könnte seine Fähigkeiten in Russland gut gebrauchen. Bild: Federico Gambarini/dpa
von Agentur DPAProfil

Das Gerüst der WM-Elf - das steht nach dem 1:1 gegen Spanien und der Niederlage gegen Brasilien fest - werden nochmals die Weltmeister von 2014 wie Boateng, Hummels, Kroos, Müller oder Özil bilden. Ein Blick auf die einzelnen Mannschaftsteile, Fixkräfte und Wackelkandidaten.

Tor: Die große Unbekannte bleibt Manuel Neuer. Der Kapitän ist nach seinem Mittelfußbruch von Spielfähigkeit noch einiges entfernt. Löws Glück: In Marc-André ter Stegen hat er eine absolute 1a-Lösung. "Er ist eine Persönlichkeit geworden", sagte Löw über den 25-Jährigen vom FC Barcelona. Der Paris-Reservist Kevin Trapp agierte gegen Brasilien nicht souverän. Aber es ist eh nicht entscheidend, ob Trapp (27) oder Bernd Leno (25) am Ende als dritter Torwart mitfährt. Schafft's Neuer nicht, könnte Löw dessen Münchner Vertreter Sven Ulreich doch noch die Tür öffnen.

Abwehr: Das Weltmeister-Duo Boateng/Hummels ist unantastbar im Zentrum. Die schon bei der EM 2016 erprobten Confed-Cup-Sieger Joshua Kimmich und Jonas Hector komplettieren außen die Viererkette. Der Brasilien-Test offenbarte: Antonio Rüdiger ist Löws erste Option hinter Boateng und Hummels. Für den Berliner Marvin Plattenhardt spricht der linke Fuß als Hector-Back-up. Um den siebten Platz in der Verteidigung konkurrieren Matthias Ginter (24) und Niklas Süle (22).

Mittelfeld defensiv: An Toni Kroos kommt keiner vorbei. Selbst in Testspielen verzichtet Löw nicht auf den Real-Madrid-Star. Um den Platz daneben wird gerangelt. Sami Khedira (30) liegt vorne, wenn sein strapazierter Körper mitmacht. Ilkay Gündogan spielte gegen Brasilien erstaunlich fehlerhaft. "Mag sein, dass ich fehlende Spielpraxis in der Nationalmannschaft habe", sagte der so oft Verletzte. Leon Goretzka wird mitgehen nach Russland. Emre Can und Sebastian Rudy bringen Vielseitigkeit mit. Aber braucht Löw beide?

Mittelfeld offensiv: Hier wird's am spannendsten. Spielmacher Mesut Özil und Thomas Müller, zehn Tore bei zwei WM-Turnieren, sind für die WM-Elf gesetzt. "Spieler wie Müller, Özil oder Khedira können einige Dinge auffangen und in schwierigen Situationen helfen", betonte Löw. Julian Draxler ist aktuell der dritte Mann neben Özil und Müller in der offensiven Mittelfeldreihe. Leroy Sané (22) enttäuschte gegen Brasilien und ärgerte etwa Kroos mit seiner Körpersprache. Der agile Leverkusener Julian Brandt (21) empfahl sich nochmals nach seiner Einwechslung. Marco Reus gehört vom Können her ins WM-Team. Entscheidend wird sein, ob Löw den Dortmunder körperlich robust genug findet für ein strapaziöses Turnier. Ein Mario Götze in Topform könnte das liefern, was auch der Gladbacher Lars Stindl als hängende Spitze anbietet. Und André Schürrle: Der Weltmeister stach im DFB-Team häufig als Joker.

Angriff: Mario Gomez hat es schon vor längerem prophezeit: "Er wird die nächsten zehn Jahre in Deutschland im Sturm dominieren." Er ist Timo Werner. Der 22 Jahre junge Leipziger ist der neue Miroslav Klose im Angriff. Gegen Spanien untermauerte das der rasend schnelle Confed-Cup-Torschützenkönig auch ohne Treffer. Um den Stoßstürmerplatz konkurrieren der turniererfahrene Gomez (31 Tore in 73 Länderspielen) und Sandro Wagner (fünf Tore in acht Partien).

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp