11.04.2018 - 22:22 Uhr
Deutschland & Welt

Champions-League David Rom triumphiert über Goliath Barcelona

Das Champions-League-Halbfinale findet ohne FC Barcelona, Paris Saint-Germain und Manchester City statt. Diese Clubs hatten zuletzt irrwitzige Summen auf dem Transfermarkt ausgegeben. Stattdessen steht mit AS Rom ein verhältnismäßig kleiner Verein in der Vorschlussrunde.

Pure Glückseligkeit beim AS Rom: Aleksandar Kolarov, Daniele De Rossi und Alessandro Florenzi (von links) jubeln über den Überraschungssieg gegen den favorisierten FC Barcelona. Bild: Ernesto Vicinanza/dpa
von Agentur DPAProfil

Rom. Der FC Barcelona hat in dieser Saison 334 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben, Manchester City rund 315. Die teuersten Neuzugänge des AS Rom dagegen kamen von Clubs wie Sassuolo Calcio oder Basaksehir Istanbul. Mehr als 14 Millionen Euro hat der Club in dieser Saison nicht für einen Profi ausgegeben. Trotzdem ist der "Roma" etwas gelungen, was in Zeiten der Ablöserekorde und teils staatlich gelenkten Investoren-Clubs kaum jemand mehr für möglich gehalten hätte: Die Italiener stehen nach einem 3:0 (1:0)-Sieg gegen Barça im Halbfinale.

Man City, Paris Saint-Germain und auch der große FC Barcelona sind trotz ihrer hochgerüsteten Kader draußen. "Die Jungs haben einen außergewöhnlichen Job gemacht", sagte Roms Trainer Eusebio Di Francesco. Sein Präsident James Pallotta sprang vor Freude in den Brunnen auf der Piazza del Popolo, umringt von unzähligen Fans, die den ersten Einzug ihrer Mannschaft ins Halbfinale der Königsklasse feierten. Auch Palotta ist ein US-amerikanischer Investor, auch in Rom kassieren die Spieler Millionen-Gehälter. Trotzdem war der Sieg gegen Barcelona nach dem 1:4 im Hinspiel eine sportliche Sensation.

"Wir haben gegen die beste Mannschaft der Welt gewonnen. Wir haben immer daran geglaubt. Mit diesem Publikum ist alles möglich", sagte Konstantinos Manolas. Der Innenverteidiger hatte per Kopf in der 82. Minute den 3:0-Endstand erzielt. Auch ein früherer Bundesliga-Profi gehörte zu den Torschützen. "Wir haben ein Team, das jeden schlagen kann, auf den Boden der Tatsachen geholt", sagte Stürmer Edin Dzeko. Ein Fazit, das vielen Fans gefallen dürfte: Herz siegt über Geld.

Beim FC Barcelona dagegen konnte keiner der Superstars - von Luis Suárez über Gerard Piqué bis hin zu Lionel Messi - den furios aufspielenden Römern etwas entgegensetzen. "Das ist eine große Enttäuschung", sagte Barcelonas Trainer Ernesto Valverde. Mittelfeldspieler Sergio Busquets machte deutlich, wie bitter die Niederlage war: "Das ist der größte Rückschlag den ich bei Barcelona je erlebt habe." Und auch Andrés Iniesta (33) nahm kein Blatt vor den Mund. "Es kann sein, dass das mein letztes Champions-League-Spiel war, dadurch tut es noch mehr weh", kommentierte er die Niederlage. "So was kommt heraus, wenn du Fehler machst, dich nicht an den Gegner anpasst und schlecht spielst."

Der AS Rom strotzt dagegen vor Selbstvertrauen. "Wieso sollten wir nach so einem Erfolg nicht nach etwas noch Größerem streben?", sagte Trainer Di Francesco. "Jetzt wollen wir nach Kiew ins Finale!"

Wir haben ein Team, das jeden schlagen kann, auf den Boden der Tatsachen geholt.Edin Dzeko, Stürmer des AS Rom
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