Champions-League
Dortmund mit Rückenwind nach Madrid

Schon im Hinspiel ging es heiß her: Die Partie in Dortmund endete damals mit 2:2. In dieser Szene versuchen Dortmunds Raphael Guerreiro (links) und Madrids Dani Carvajal an den Ball zu kommen. Bild: dpa

19 Tore in fünf Spielen - kein Team traf in der Champions-League häufiger als der BVB. Nicht zuletzt deshalb reist der Bundesligasechste als Tabellenführer zum Gruppen-Endspiel nach Madrid. Doch auch die "Königlichen" haben eine imposante Bilanz.

Madrid. Prächtige Ouvertüre, kniffliger Schlussakkord - nach bisher famoser und torreicher Vorrunde in der Champions-League steht Borussia Dortmund ein schwieriges Endspiel um den Gruppensieg bevor. Im Duell bei Titelverteidiger Real Madrid am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF und Sky) genügt dem BVB ohne Mario Götze bereits ein Unentschieden, um die Tabellenführung erfolgreich zu verteidigen. "Das wäre das Sahnehäubchen", sagte Sportdirektor Michael Zorc beim Abflug des Teams am Dienstag voller Hoffnung auf einen weiteren prestigeträchtigen Coup des Revierclubs in der Königsklasse.

Der starke Rückenwind, der die Reise in die spanische Hauptstadt um beachtliche 40 Minuten verkürzte, passte ins Bild von der guten Ausgangslage der Borussia für das Kräftemessen mit dem seit 33 Pflichtspielen ungeschlagenen Starensemble um Cristiano Ronaldo. Schließlich rangiert der BVB in der Tabelle der Gruppe F zwei Punkte vor den höher gehandelten Spaniern. "Das gibt uns die Möglichkeit, unbeschwert an die Aufgabe heranzugehen", sagte Thomas Tuchel. Der BVB-Coach wertete die Partie als "guten Gradmesser" für sein Team, "weiter zu wachsen".

In den bisherigen fünf Partien der Vorrunde musste der Revierclub noch keine Niederlage hinnehmen und traf so häufig (19 Tore) wie kein anderes Team im Wettbewerb. Mit einem weiteren Treffer könnte der Rekord von Manchester United (1998/99), vom FC Barcelona (2011/12) und von Real Madrid (2013/14) eingestellt werden. Der Gruppensieg wäre nicht nur dem Image zuträglich, sondern könnte auch praktische Vorteile haben. Schließlich erhöht sich damit die Chance, am 12. Dezember in Nyon einen vermeintlich leichteren Gegner zugelost zu bekommen. Von solchen Hochrechnungen hält Thomas Tuchel jedoch wenig. "Wer möchte die Hand dafür ins Feuer legen, dass der Gruppenzweite das leichtere Los ist als der Erste?", fragte der BVB-Trainer. "Es ist alles schon tausendmal bestätigt und tausendmal auf den Kopf gestellt worden."

Auf den Einsatz von Mario Götze muss Tuchel verzichten. Der Nationalspieler fehlt wegen leichter Knieprobleme. Fraglich ist der Einsatz von Marco Reus. "Er hat einen leichten Infekt, der ihn behindert. Wir werden deshalb erst am morgigen Mittag entscheiden, ob er spielt", sagte Tuchel vor dem Abschlusstraining in Madrid. Sicher fehlen werden Raphael Guerreiro, Shinji Kagawa, Roman Bürki und Sven Bender.
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