11.04.2018 - 22:22 Uhr
Deutschland & Welt

Champions-League Guardiola gar kein Gentleman

Manchester. Oben auf der Tribüne schlug Pep Guardiola die Hände vors Gesicht. Unten auf dem Platz verlor Manchester City schon das dritte Spiel innerhalb einer Woche. Nach der 1:2 (1:0)-Niederlage gegen den FC Liverpool und dem erneut vorzeitigen Ausscheiden aus der Champions-League ist die Freude über die bevorstehende Meisterschaft bei Man City mittlerweile getrübt. "Ich bereue nichts", sagte Guardiola nach dem Spiel und gab dem Schiedsrichter eine Teilschuld. Die Uefa gab am Mittwoch bekannt, dass sie gegen den Trainer ein Disziplinarverfahren wegen ungebührlichen Verhaltens einleitet.

Auf dem Weg in die Kabine schimpfte Pep Guardiola in Richtung des Schiedsrichters; Fernandinho lauschte, was sein Trainer zu sagen hatte. Bild: Tim Goode/dpa
von Agentur DPAProfil

"Liverpool nutzte seine Chancen mit der Kälte eines Chirurgen, Citys Spieler flatterten umher wie Vögel", schrieb die britische Tageszeitung "Independent". Hingegen stellten die "Manchester Evening News" fest: "Es war schade für das Spektakel, dass die Schiedsrichter ein reguläres und möglicherweise spielveränderndes Tor aberkennen - und dann Guardiola für seinen Protest wegschicken."

Nach der frühen Führung durch Gabriel Jesus hatte Leroy Sané die Fans im Etihad Stadion mit dem vermeintlichen 2:0 in Ekstase versetzt. Doch Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz gab das Tor wegen angeblicher Abseitsstellung nicht - eine Fehlentscheidung, die Guardiola nicht hinnehmen wollte. "Ich hab ihm gesagt, er liegt falsch", erklärte der Coach später seinen wütenden Protest, für den er zur Halbzeit auf die Tribüne verbannt wurde. Aber: "Ich habe ihn nicht beleidigt." Schützenhilfe erhielt Guardiola von Experten. Für den früheren Premier-League-Schiedsrichter Chris Foy war es ein reguläres Tor. "Das Tor hätte zählen müssen", sagte Foy beim Sender BT Sport, da der Ball von einem Liverpooler Spieler zu Sané kam. Die Szene markierte die Wende in der Partie, die City bis dahin im Griff gehabt hatte. "Guardiola verliert die Fassung", schrieb BBC Sport. Ein "lächerlicher vermeidbarer Moment der Selbstbeschädigung", fand der "Guardian".

Der City-Coach sah von oben, wie die Torschützen Mohamed Salah und Roberto Firmino Man Citys Halbfinal-Traum endgültig beendeten - und Liverpool-Trainer Jürgen Klopp staunen ließen. "Wir haben fünfmal gegen Man City getroffen und nur ein Gegentor bekommen", sagte Klopp ungläubig. "Normalerweise sind solche Zahlen nicht möglich." Vom Titelgewinn zu sprechen, kommt für Klopp zu früh: "Wir sind jetzt im Halbfinale und wir sollten jetzt erstmal den Moment genießen."

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