09.04.2018 - 22:32 Uhr
Deutschland & Welt

Champions-League Manchester City mächtig unter Druck

Die Meisterschaft ist nur vertagt. Aber die Champions-League könnte für Manchester City schon am Dienstag vorbei sein. Gegen Liverpool muss das Team von Pep Guardiola einen 0:3-Rückstand aus dem Hinspiel aufholen. Der Trainer steht im Duell gegen Jürgen Klopp unter Druck.

Alex Oxlade-Chamberlain (Mitte) vom FC Liverpool jubelt im Hinspiel über seinen Treffer zum 2:0. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp geht mit dem satten Polster eines 3:0-Sieges in die Partie bei Manchester City. Bild: Peter Byrne/dpa
von Agentur DPAProfil

Manchester. Vor dem zweiten Champions-League-Duell gegen den FC Liverpool ist die Stimmung bei Manchester City angespannt. In Pep Guardiola brodelt es. Sein Team hätte als englischer Meister in das schwere Rückspiel gehen können. Ein solcher Motivationsschub hätte Man City nach der 0:3-Niederlage im Hinspiel wahrscheinlich auch gut getan. Doch stattdessen kassierte der Club am Samstag ausgerechnet gegen Lokalrivale Man United die zweite Liga-Pleite der Saison - wieder mit drei Gegentoren. Und Guardiola steht plötzlich unter Druck.

Das drohende Aus gegen Liverpool würde die Freude im Verein über die so gut wie sichere Meisterschaft empfindlich trüben, zumal sich Man City im Februar schon ungeplant aus dem FA Cup verabschiedet hatte - und das auch noch gegen Drittligist Wigan Athletic. Der Gewinn des im Vergleich zum FA Cup unbedeutenden Ligapokals war nur ein schwacher Trost. Ob der Meistertitel den City-Bossen jetzt reicht? Vermutlich genauso wenig wie dem Perfektionisten Guardiola. "Jetzt müssen wir versuchen, tapfer genug zu sein, um aufzustehen, und uns auf Dienstag konzentrieren", sagte der 47-Jährige nach dem 2:3 gegen United. Die Hoffnung, doch noch das Halbfinale der Königsklasse zu erreichen, hat Guardiola noch nicht verloren. Doch wirklich optimistisch wirkt der Coach nicht, eher unruhig und gestresst.

Dass Man City ins Halbfinale der Königsklasse einzieht, erwartet nach der bitteren Pleite gegen United kaum jemand. "Das könnte ernsthafte Auswirkungen für das Liverpool-Spiel haben", hatte BBC-Kommentator Alan Green am Samstag vermutet, als die Spieler mit hängenden Köpfen vom Platz schlichen. City hatte in der zweiten Hälfte spektakulär eine Zwei-Tore-Führung verspielt. "Zur Halbzeit sah es noch so aus, als könnten sie gegen Liverpool ein Comeback schaffen", sagte Green. "Jetzt nicht mehr."

Am Samstag war José Mourinho der Spielverderber, an diesem Dienstag könnte es Jürgen Klopp sein. Im direkten Vergleich mit dem früheren Dortmund-Trainer, auf den Guardiola in seiner Zeit beim FC Bayern München schon in der Bundesliga regelmäßig traf, liegt Guardiola hinten. Von 13 Duellen mit dem Deutschen gewann der Spanier fünf, siebenmal ging Klopp als Sieger vom Platz, einmal trennten sie sich unentschieden.

Im Viertelfinal-Rückspiel könnte Klopps Team sogar eine Niederlage reichen. Voraussetzung ist allerdings, dass City nicht vier Tore mehr schießt als Liverpool. Ein solches Szenario ist nicht völlig abwegig. Am vierten Spieltag der Premier-League-Saison fegte Manchester City die Reds zu Hause mit 5:0 vom Platz. Wohl auch deshalb mahnte Klopp vor dem Rückspiel: "Wir müssen noch mal höllisch arbeiten." Die Reds hoffen auf ihren Toptorjäger Mohamed Salah. Der Ägypter hatte im Hinspiel das erste Tor erzielt, sich später aber leicht verletzt. Am Wochenende im torlosen Derby beim FC Everton schonte Klopp seinen Stürmer vorsichtshalber.

Wir müssen noch mal höllisch arbeiten.Jürgen Klopp, Trainer des FC Liverpool
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