13.03.2018 - 22:28 Uhr
Deutschland & Welt

Clara Klug und Begleiter Martin Härtl holen Bronze "Es war so laut"

Pyeongchang. Die Euphorie und der Wind im Stadion hätten Clara Klug fast Bronze bei den Paralympics gekostet. Wenige Meter vor dem Ziel wurde die sehbehinderte Biathletin plötzlich langsamer und blieb fast stehen - sie wähnte sich im Ziel. "Ich hab's überhaupt nicht gecheckt", sagte die 23-Jährige nach dem Rennen. "Es war so laut, dass ich Martin nicht mehr hören konnte." Ihr Begleitläufer, der aus Friedenfels (Landkreis Tirschenreuth) stammende Martin Härtl, der Klug mit mündlichen Kommandos führt, drehte sich um, schrie immer lauter gegen die Zuschauer und die starken Böen an.

Clara Klug und ihr Guide Martin Härtl jubeln über die Bronzemedaille im Biathlon. Bild: Jan Woitas/dpa
von Agentur DPAProfil

Schließlich half es. "Gott sei dank habe ich Martin noch mal brüllen gehört und gemerkt, irgendwas stimmt nicht", beschrieb Klug am Dienstag die Szene. Sie zog noch mal an und rettete knapp 15 Sekunden Vorsprung vor der viertplatzierten Ukrainerin Olga Priluzkaja. "Zum Glück bin ich noch über die Ziellinie gekommen."

Das fand auch Klugs Familie, die auf der Tribüne mitgefiebert hatte. Schwester Pia übte lachend Selbstkritik: "Wir haben zu laut geschrien. Zum Glück hat sich Clara nicht auf den Boden geworfen, dann wäre sie nicht mehr hoch gekommen." Die Sportlerin, die sich hinter dem Ziel der Zehn-Kilometer-Strecke in den Schnee warf, bestätigte das: "Am Ende haben meine Beine und Arme nachgegeben. Ich habe im Ziel gelegen und konnte mich überhaupt nicht mehr bewegen."

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