18.02.2004 - 00:00 Uhr
Sport

"Cluberer" schimpfen über Schiri und Abwehrfehler, können aber mit dem 2:2 leben: Der "Retter" bereitet Schmerzen

von Josef Maier Kontakt Profil

Da war sie wieder, die Frage aller Fragen: Ist das Glas nun halbvoll oder halbleer? War's ein Punktgewinn oder wurden Zähler verloren? "Das war ein Punktgewinn", sagte Raphael Schäfer am Montagabend nach dem 2:2 (1:1) des 1. FC Nürnberg gegen den FSV Mainz 05. Wie ein Gewinner schaute der "Club"-Keeper dabei aber nicht aus. Stinksauer war er über seine Vorderleute, die schon fast dilettantisch den Gästen zwei Treffer durch Fabian Gerber (30.) und Markus Dworrak (53.) erlaubt hatten. Und somit war die große Chance, die Mainzer punktemäßig im Aufstiegsrennen abzuhängen, vertan.

Noch saurer war er allerdings auf die Männer in "Gelb". Schiedsrichter Wolfgang Walz war für ihn ein "rotes Tuch". "Ich weiß nicht, warum zu so einer Spitzenpartie keine erfahrenen Leute geschickt werden."

Wolf wie ein Rohrspatz

Walz, im Hauptberuf in einer Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes beschäftigt, bereitete dem "Club" heftige Schmerzen. Auch Trainer Wolfgang Wolf schimpfte wie ein Rohrspatz über den 35-Jährigen. Die Gelb-Rote Karte des eingewechselten Thomas Paulus (62.) wegen wiederholten Foulspiels nannte er "eine Frechheit". Da lag er wohl richtig, doch fairerweise sei gesagt, dass der Schiedsrichter vor nur 11533 Zuschauern auch die Mainzer nicht immer mit Wohlwollen behandelte.

Und die Fehlgriffe des Schiris hatten für die Gastgeber, die schon in der dritten Minute durch Jacek Krzynowek in Führung gegangen waren, auch ihr Gutes: "Zu zehnt war bei uns schon Trotz dabei", sagte Lars Müller. Der Mann auf der linken Seite hatte mit seinen Kameraden in Unterzahl so richtig Gas gegeben. Lohn war das 2:2 (71.) durch Marek Mintal. Was auch Wolf beeindruckte: "Kompliment, dass die Mannschaft den Willen hatte, das Spiel noch zu drehen." Mit "Drehen" meinte er schon den einen Punkt: "Ein 3:2 wäre doch des Guten zu viel gewesen." Mintal hatte aber kurz vor Schluss mit einem Kopfball diese große Chance, traf aber nur den Pfosten.

Ein Erfolgserlebnis gab es dann aber doch noch für den "Club": Kapitän Tommy Larsen verlängerte nach der Partie seinen Vertrag um zwei weitere Jahre. Der Kontrakt gilt aber nur für die Erste Liga. Larsen wird auch am Freitag in Cottbus dabei sein. Der Einsatz des verletzten Robert Vittek (Sprunggelenk) ist dagegen ungewiss.

Beim Einordnen des Unentschiedens hatten die Mainzer am Montag die gleichen Probleme wie die Nürnberger: "Wir werden uns mit dem einen Punkt anfreunden", philosophierte Trainer Jürgen Klopp. Sein Urteil somit: halbvolles Glas. Sein Spieler Jürgen Kramny hielt aber mit der "Halbleer-Version" voll dagegen. "Im Endeffekt haben wir Punkte verloren." Die Fragen aller Fragen ließ sich am Montagabend nicht eindeutig beantworten.

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