03.07.2017 - 22:15 Uhr
Sport

Confed-Cup-Helden kehren zurück Reiche Sommer-Ernte

Ab in den Urlaub. Auf dem Rollfeld des Frankfurter Flughafens endet der mit dem Confed-Cup-Pokal gekrönte Weg des Perspektivteams von Joachim Löw. Auch ohne alle Promi-Weltmeister heißt es ein Jahr vor der WM: "Deutschland ist immer noch die beste Mannschaft der Welt."

Nach der Ankunft in Frankfurt und dem obligatorischen Foto verabschiedeten sich die Confed-Cup-Helden in den Urlaub. Bild: dpa
von Agentur DPAProfil

St. Petersburg. Nach dem gemeinsamen Schlussbild der Confed-Cup-Crew mit dem Goldpokal auf der Gangway des Charterfliegers hatten Joachim Löws übermüdete Fußball-Prinzen nur noch einen Gedanken: Ab in den Urlaub! Noch auf dem Rollfeld des Frankfurter Flughafens trennten sich Montagmittag vier Wochen nach dem Start eines einzigartigen deutschen Turnier-Abenteuers die Wege jener 21 Perspektivspieler, die in Russland für den Weltmeister die Titelspur für das nächste Championat 2018 gelegt haben. "Vor allem die Konstellation, dass wir noch nie zusammengespielt haben, macht diesen Titel so besonders", resümierte der gerade 23 Jahre alte Kapitän Julian Draxler.

Nach der kurzen Siegernacht in der ehemaligen Zarenstadt St. Petersburg fielen etliche Partymacher auf dem ruhigen Rückflug in einen kurzen Schlaf. Nur 14 Stunden nach dem mit Leidenschaft, Kampfgeist und Lars Stindls Tor erzwungenen 1:0 im hitzigen Finale gegen Chile endete der Sommereinsatz der 21 verschworenen Überraschungssieger unspektakulär ohne offiziellen Empfang.

"Dass es gerade diese Jungen geschafft haben, diesen Titel zu gewinnen, ist etwas Historisches und Einmaliges in der deutschen Geschichte", schwärmte der Bundestrainer. Als Löw sein Loblied anstimmte, war seine euphorisierte Boygroup angeführt von Emre Can und Joshua Kimmich in die Pressekonferenz gestürmt und bespritzte auch ihren Chef auf dem Podium mit Sekt und Bier. Für Löw ist das anfangs kritisierte Confed-Cup-Projekt punktgenau aufgegangen. Die oberste Priorität für ihn hatte, Spieler Richtung WM 2018 weiterzuentwickeln. "Alle Spieler, die jetzt dabei waren, haben eine bessere Position als vor dem Confed-Cup", sagte der 57-Jährige.

Es war am Ende kein Turnierchen mehr, das da gewonnen wurde, auch wenn bei einer Weltmeisterschaft viermal so viele Teams mitspielen und dann Top-Nationen wie Brasilien, Argentinien, Italien, Spanien, Frankreich als Gegner erwartet werden. "Eine WM ist eine andere Nummer", sagte Weltmeister Shkodran Mustafi. Trotzdem fühle sich "jeder Titel geil an". Schalkes Goretzka verspürte Genugtuung: "Das Schöne ist, dass wir die Kritiker, die die Nominierung skeptisch gesehen haben, vom Gegenteil überzeugt haben."

Nach der reichen Sommer-Ernte des DFB mit dem ersten Confed-Cup-Titel und dem EM-Triumph der U21-Junioren in Polen ist die Lust auf die WM 2018 geweckt - und auch die Erwartungshaltung. "Deutschland gehört doch immer zu den Favoriten, ganz egal, zu welchen Turnieren wir gehen", äußerte Löw gelassen zum Druck. Nach dem Urlaub geht es erstmal in den Endspurt der WM-Qualifikation.

Internationale Pressestimmen zum deutschen Confed-Cup-Triumph

Russland:

"Sport-Express": "Die jungen Löwen. Nicht ausgeschlossen, dass dieser Erfolg der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Siegen einer neuen Generation deutscher Talente wird."

"Kommersant": "Deutsche Nationalelf macht ihre Titelsammlung komplett."

Großbritannien:

"Independent": "Copa-America-Sieger Chile ließ eine Schwemme an Torchancen ungenutzt. Joachim Löws Seite gewann das Turnier dank einer Glanzparade von Torhüter Marc-André ter Stegen."

"The Guardian": "Es kann keinen Zweifel daran geben, dass Deutschland die beste Fußball-Nation der Welt ist. Zwei Tage nachdem das U-21-Team die EM gewonnen hat, schlägt ein geschwächtes Seniorenteam - von denen acht Spieler noch für die Jugendmannschaft antreten könnten - Chile, um den Pokal des Confederations-Cup in die Höhe zu halten."

"The Telegraph": "Ein furchtbarer Fehler von Marcelo Diaz und die Unfähigkeit ihre Dominanz in der ersten Hälfte auszunutzen, in der Chile klar die bessere Mannschaft war, kam sie teuer zu stehen. Die Deutschen werden zu Recht gelobt."

Italien

"Corriere dello Sport": "Das übliche, aber doch außergewöhnliche Deutschland. Das Team hat - mit einer Prise Glück - erstmals den Confed-Cup gewonnen."

"Gazzetta dello Sport": "Die Deutschen holen sich den Confederations-Cup mit einer auf dem Reißbrett entworfenen Mannschaft."

"La Repubblica": "Deutschland triumphiert, ein sich verzettelndes Chile wird bestraft."

Spanien:

"El País": "Deutschland besiegt Chile und bleibt die weltweite Bezugsgröße. Dies ist das greifbare Resultat dessen, was die Fabrik Deutschland geschaffen hat."

"El Mundo": "Deutschland ist das Real Madrid der Nationalmannschaften."

"AS": "Deutschland ist wieder der Schrecken des Fußballs. Seine Vereine nicht, vielleicht weil da gar nicht so viele Deutsche spielen. Aber in der Welt der Nationalmannschaften schlagen sie auf den Tisch. Sie sind gut, und sie glauben an sich."

Mexiko

"El Universal": "Deutschland unbezwingbar." (dpa)

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