11.02.2018 - 21:06 Uhr
Deutschland & Welt

Dahlmeier und Peiffer mit Gold-Glanz "Das war der Sieg meines Lebens"

Welch ein Auftakt für die deutschen Biathleten: Innerhalb von 24 Stunden rasen Laura Dahlmeier und Arnd Peiffer jeweils zum Olympiasieg im Sprint. War das erst der Auftakt eines Goldrauschs für die DSV-Skijäger?

von Agentur DPAProfil

Pyeongchang. Eine sichtlich bewegte Laura Dahlmeier war gerade erst vom großen Podest mit der Goldmedaille um den Hals gehüpft, da stürmte Teamkollege Arnd Peiffer auch schon zum nächsten Coup. Die deutschen Biathleten haben bei den Olympischen Winterspielen mit einem Doppelsieg innerhalb von 24 Stunden einen Traumstart hingelegt. Sowohl Dahlmeier als auch Peiffer behielten in den Sprintrennen am Wochenende bei Eiseskälte die Nerven und düpierten die Konkurrenz.

"Das war der Sieg meines Lebens. Es ist unheimlich schön", sagte Dahlmeier bei der Siegerehrung am Sonntag, nachdem sie sich einen Kindheitstraum erfüllt hatte. War der Erfolg der siebenmaligen Weltmeisterin fast schon ein wenig eingeplant gewesen, kam der Erfolg von Peiffer umso überraschender. Dass die großen Stars um Martin Fourcade reihenweise am Schießstand patzten, nutzte Peiffer eiskalt aus und feierte den größten Erfolg seiner Karriere seit dem WM-Titel 2011. Entsprechend ausgelassen führte Peiffer mit seinen Teamkollegen im Alpensia Biathlon Center Freudentänze auf.

Womöglich waren die beiden Erfolge nur der Anfang eines Goldrauschs, denn bereits am Montag könnten die Biathlon-Festspiele in den Verfolgungsrennen weitergehen. Mit komfortablen 24 Sekunden Vorsprung geht etwa die 24-jährige Dahlmeier als Top-Favoritin in die Verfolgung. Nicht unwahrscheinlich, dass sie auch ihre zweite von noch fünf weiteren Gold-Chancen nutzen wird. "Ich habe eine sehr gute Position und auch einen guten Vorsprung. Ich versuche, mich nicht rausbringen zu lassen. Erfahrungsgemäß gelingt mir das im Verfolger sehr gut", sagte die Weltmeisterin in dieser Disziplin.

Gewinnt Dahlmeier wirklich sechsmal Gold, wie es Analysten aus den USA prognostiziert haben? "Nein", sagt Damen-Bundestrainer Gerald Hönig. "So einen Satz wird man von mir nie hören." Auch DOSB-Chef Alfons Hörmann dämpft die Erwartungen: "Die Bäume wachsen ja nicht in den Himmel."

Doch Dahlmeier ist jetzt alles zuzutrauen. Auch der bislang noch nie dagewesene Olympia-Triumph mit sechs Gold-Medaillen. Sogar ein früher Abschied von der Biathlon-Bühne wie es Magdalena Neuner vorgemacht hat, erscheint nicht mehr unmöglich. "Heute ist heute. Ich habe keine Ahnung, was ich morgen oder nächstes Jahr mache", sagte sie.

Ein fehlerfreies Schießen war auch die Grundlage für Peiffers Sieg. Der 30-jährige Niedersachse setzte sich am Sonntag mit null Fehlern vor dem Tschechen Michal Krcmar (0 Fehler) und Dominik Windisch (1) aus Italien durch. Damit krönte er sich zum siebten deutschen Einzel-Olympiasieger bei den Skijägern. Zuvor hatte Sven Fischer 2006 in Turin im Sprint triumphiert.

Peiffers beste Saisonplatzierung war zuvor ein dritter Platz im Sprint von Antholz im Januar gewesen. Insgesamt hatten die deutschen Skijäger in diesem Winter zuvor noch keinen Sieg gefeiert. Der erste kam nun zum perfekten Zeitpunkt. "Es ist überwältigend, es ist einfach der Wahnsinn", sagte Männer-Trainer Andreas Stitzl: "Das war eine sensationelle Leistung." Für den Harzer Peiffer, der 2014 in Sotschi mit der Staffel Olympia-Silber gewonnen hatte, war es erst der neunte Sieg seiner Karriere. Dabei hatte er vor dem Rennen noch großen Stress, denn der Schlagbolzen seiner Waffe war bei eisigen Temperaturen gebrochen, und es musste gewerkelt werden.

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